Ja, wir haben wieder eine Reise unternommen. Und wie jeden Sommer gibt es kleine Impressionen und nette Begebenheiten aus unseren Stationen: Stuttgart, Regensburg, Brno und Linz. Stuttgart wird hier eher am Rande gestreift, weil schon öfters erwähnt (nicht nur im Zusammenhang mit 21), aber auch bei den anderen Städten entnehmen Sie bitte touristische Informationen den gängigen Quellen, es geht hier wirklich um kleine Häppchen aus den 12 Urlaubstagen.
Die Wirtin reinigt den Gast
Wenn wir in Stuttgart sind und wenn es passt, dann sind wir zum Essen in der «Trattoria da Peppe» in Stuttgart-Botnang. Der Namensgeber Giuseppe eröffnete in den 70ern das Restaurant im Nebenhaus in der Libanonstrasse, er verstarb viel zu früh und sein Neffe Michele führt das (hervorragende) Lokal in Botnang weiter, und wenn wir in Stuttgart sind, dann gehört ein Besuch bei «Da Peppe» einfach dazu. Dieses Mal gibt es als Vorspeise Orangensalat mit Crevetten und als Hauptgang Penne mit Safransauce. Und dieser Safran erweist sich als leicht tückisch, denn kleckernd vom letzten Löffel hinterlässt er bei meinem Mann einen Fleck in der klassischen Safranfarbe: Safrangelb. Die Reinigungsbemühungen werden von Angela, der Frau von Michele, Wirtin und guter Seele des Ladens beobachtet. Sie erscheint mit Wasser, Seife, Lappen und säubert meinem Mann das Shirt. Wir haben viel erlebt, aber dass die Chefin den Gast säubert, das gab es noch nie.
Der Besuch der Eidechse
Das Thema «Man soll jeden Tag etwas Neues erleben» setzt sich am nächsten Tag fort. Wie ein Besuch bei Peppe gehört auch ein Besuch im Mineralbad Leuze zum festen Stuttgart-Programm. Ich habe es vielleicht schon erwähnt, aber in meiner Heimatstadt hat man es mit den Bädern wie mit den Fussballvereinen, man ist für die Kickers oder für den VfB, man geht ins Leuze oder ins Mineralbad Berg, niemals ins andere. Aber das wollte ich gar nicht erzählen, was so lustig war, war, dass ich beim Sonnenbaden von einer kleinen Eidechse besucht wurde. Ich hätte das gar nicht bemerkt, wenn ich nicht auf einem weissen Handtuch gelegen hätte. Aber so sass das sicher nur 5 cm Länge Wesen eine Weile neben mir, bis es bei der ersten Bewegung meinerseits wieder enthuschte. Meine Bemühungen, es zu verfolgen und den Kontakt weiterzupflegen waren natürlich ob seiner Tarnung im Grase erfolglos. Jedenfalls war mir das auch noch nie passiert.
Radler in Regensburg
Am Mittwoch ging es über Ulm und Ingolstadt nach Regensburg. (Übrigens alles mit Regionalzügen und dem Deutschlandticket, aber das nur nebenbei.) Endlich im Hotel angekommen, wünschte sich mein Mann ein Radler. Das tut er manchmal, aber nur auf Reisen. Ich selbst halte eigentlich Bierpanschen für ein Verbrechen. Aber irgendwie liess ich mich überreden und so sassen wir nach dem Einchecken und Auspacken auf der Hotelterrasse und tranken alkoholfreie Radler. Da das SORAT Insel Hotel (wie schon der Name sagt…) sich auf der Insel zwischen den beiden Donauarmen befindet, hat man von der Terrasse aus einen wirklich spektakulären Blick auf die Steinerne Brücke, den Dom und die Altstadt – und natürlich die Donau. Und weil das so spektakulär war, wurde das «Radler um Fünf mit Blick» für ein paar Tage Tradition. Und reihte sich in die Gruppe der neuen Erfahrungen ein.
By the way: Für die Schweizer Leser, die das doch nicht wissen sollten: Ein Radler ist ein Panaché.
Die Story von der Brücke ist jetzt nicht neu
Die letzte Chose für heute ist nun der Kontrast zu allem Vorangehenden und kann mit «Immer wieder das Gleiche» übertitelt werden. Die berühmte Steinerne Brücke in Regensburg (Weltkulturerbe!) hat nämlich eine Geschichte und die geht in aller Kürze so: Der Baumeister habe – so die Sage – wegen einer Wette mit dem Münsterbauer den Teufel hinzugezogen, habe aber dann statt der geforderten Menschen für den Satan Tiere über die Brücke getrieben, dieser habe dann das Bauwerk zerstören wollen, was aber nicht gegangen sei, er selbst habe es zu fest gebaut gehabt.
Die gleiche Story wird – in Variation – in der Schweiz erzählt, es ist die Sage von der «Teufelsbrücke», die sich im Uri über die Schöllenschlucht am Gotthard spannt. Anscheinend hatten Menschen in allen Zeiten das Bedürfnis, den Teufel auszutricksen, sich seiner zu bedienen und dann die Zahlung zu verweigern. So gleichen sich die Erzählungen.
So viel für heute.
Am Freitag mehr.
Keine Kommentare:
Kommentar veröffentlichen