Es gibt im Gartenbad St. Jakob drei Wege, das Schwimmbad nach einem Besuch zu verlassen:
- die Drehtüre hinten Richtung Einkaufszentrum
- die Drehtüre vorne beim Kassenbereich
- den «Kinderwagenstreifen» zwischen beiden Kassen
Ich wähle meistens (also nicht meistens, weil… dazu eben unten…) den «Kinderwagenstreifen». Natürlich nicht, wenn mir gerade ein Kinderwagen samt Mama entgegenkommt.
Warum?
Weil es bequemer als die Drehtüren sind. Haben Sie einmal Ihre Sporttasche in so einer Drehtüre verheddert? Ich wünsche es Ihnen nicht.
Ich gehe also durch den Mittelgang, ohne Probleme, mit Schwung und guter Laune, und ich grüsse die Frau an der Kasse, die nichts dagegen hat.
Es sei denn…
Es sei denn…
Es sei denn, die drei Männer der Securitas stehen dort. Das tun sie vor allem an Wochenenden und an heissen Ferientagen. Denn an Wochenenden und an heissen Ferientagen will man anscheinend nicht, dass jemand durch den Kinderwagenmittelgang läuft, also wird das von den drei Muskelprotzen verhindert. An Wochenenden und an heissen Ferientagen gehe ich also brav durch die Drehtür – und passe auf meine Tasche auf…
Natürlich habe ich mir überlegt, was passieren würde, wenn ich versuche, einfach durchzurennen. Was würde geschehen. Einer drei Bodybuilder finge mich ein, er finge mich ein und würde dabei wahrscheinlich nicht gerade sanft vorgehen. Lohnt diese Aktion einen Knochenbruch? Sicher nicht. Schlimmer noch aber wäre, dass diese Aktion, die Aktion «Losrennen – Einfangen – Schlägerei» direkt vor dem Kassenhaus passieren würde, und die Kassiererin müsste reagieren. Sie würde Anita da Ruos holen, und obwohl Anita mich kennt, müsste sie (natürlich!) Partei für ihre Sicherheitsleute ergreifen.
Ergebnis: Badi-Verbot. Anita ist nämlich die Chefin des Gartenbades.
Ein solches Hausverbot käme für mich der Todesstrafe gleich.
Also Drehtür.
Eines allerdings frage ich mich: Warum stehen die drei Nasen am Eingang?
Wir erinnern uns:
Die Sicherheitsleute wurden letztes Jahr eingesetzt, um heiklen Situationen im Gartenbad zu begegnen. Man entschied sich in Basel für diesen Weg, als Alternative zu Badiverbot für alle Ausländer, Hausverbot bei jeder Kleinigkeit, Videoüberwachung, und, und, und. Nun fände ich es aber auch notwendig, dass die Schränke, die Kästen muskelbepackt in der Badi herumlaufen und nicht einfach am Eingang stehen.
Was? Es ist heiss?
Natürlich, natürlich, ab morgen haben wir weit über 30°, vielleicht 36°, vielleicht 37°, eventuell klettert das Thermometer sogar auf satte Vierzig, und selbstverständlich ist es sehr, sehr, sehr schweisstreibend, in engem schwarzen Shirt und langen Hosen in der prallen Sonne herumzulaufen, aber – um es einmal klar zu sagen – das ist der Job.
Das ist denen ihr Job.
Ich stelle mir vor, ich liege auf der Wiese und gerate in Konflikt mit Jugendlichen, die dort Ball spielen. (Das übergrosse Schild LIEGEWIESE – BALL SPIELEN VERBOTEN scheint für diese Teenies unsichtbar zu sein.) Wenn jetzt einer die Faust erhebt, dann finde ich es NICHT beruhigend, dass am Eingang drei Sicherheitsmänner stehen.
Wenn irgendjemand sich am Schloss meiner Kabine zu schaffen macht, dann finde ich es NICHT entspannend, dass alle drei Securitasnasen sich bei der Kasse versammelt haben.
Jungs!
Ich will euch als Streife im Bad. Sonst könnt ihr heimgehen.
Und es wäre klar eine Win-Win-Situation:
Wenn ihr endlich euren Job macht, kann ich auch an Wochenenden und an heissen Ferientagen den Kinderwagenstreifen benutzen.
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