Manchmal treffe ich wirklich ins Schwarze.
Das muss hier einmal klar gesagt werden.
Ich hatte im September 2025 im Post «Liebe Frau Palla» geschrieben:
Ich war ja bei Ihrer Er-Nennung, also bei der Nennung Ihres Namens angenehm überrascht. Nicht weil ich Sie kenne, sondern weil ich jemand anderes kenne, der so heisst, eigentlich die so heisst. Das ist nun nicht ungewöhnlich, wenn man Menschen mag, die «Mulisch» heissen, dann sind zunächst einmal alle «Mulisch» positiv belegt, und wenn man «Hobler» mag, dann ist jede und jeder «Hobler» zunächst für einen eine Gute, ein Guter. Am Beginn seines wunderbaren Dramas lässt Lessing den Prinzen einer Emilia Bruneschi einen Riesenwunsch erfüllen, nur weil sie Emilia heisst, eine andere Emilia, nämlich die Titelfigur des Stückes, Emilia Galotti, ist das wahre Ziel seiner Begierde…
Und ich kenne nun eine herrliche Künstlerin, die aus dem Bündnerland stammt und in Zürich wohnt und arbeitet, Ursula Palla, zunächst Videokünstlerin, nun arbeitet sie mit filigranster Bronze. Vielleicht sind Sie sogar verwandt, immerhin stammen Sie aus Südtirol und «Palla» könnte ja sowohl im Rätoromanischen als auch im Ladinischen heimisch sein, aber das müsste man genauer recherchieren.
Manchmal treffe ich wirklich ins Schwarze.
Das muss hier einmal klar gesagt werden.
Es hat sich nämlich nun herausgestellt, dass die beiden Damen echt verwandt sind. Und zwar nicht um 18 Ecken, wie man sagt oder so, wie alle Rothschilds oder Kennedys oder so, wie alle Thurn und Taxis oder alle Krupps verwandt sind, sondern ganz, ganz, ganz nah.
Sie sind Kusinen.
Für die Schweizer: Cousinen.
Ersten Grades.
Manchmal treffe ich wirklich ins Schwarze.
Das muss hier einmal klar gesagt werden.
Nein.
Nein.
Das ist sogar falsch: Ich treffe sehr häufig ins Schwarze.
Manchmal ist das Schwarze auch ein Wespennest, so habe ich immer wieder Musikerinnen und Musiker gefragt, warum sie nicht … obwohl sie doch … oder weil sie … und bekam immer einen Schwall von Ausreden, Entschuldigungen, Verzweiflung und Ärger um die Ohren geschrien. Und als sich Ausreden, Entschuldigungen, Verzweiflung und Ärger gelegt hatten, fanden wir dann doch Lösungen.
Da war die semiprofessionell Blockflöte spielende Kindergärtnerin, die ich fragte, warum sie nicht Musikalische Früherziehung studiert.
Da war die Stimmbildnerin, die ich nach einer wunderschönen Mozartmesse fragte, warum sie nicht mehr singt. («mehr» betont)
Da war die Kontrabassistin, die auch Barockoboe studiert hatte und in nicht-historischen Orchestern Bach dudelte und die ich fragte, warum sie auf Violone umsteigt.
Ausreden, Entschuldigungen, Verzweiflung und Ärger.
Ausreden, Entschuldigungen, Verzweiflung und Ärger.
Und dann eine Lösung.
Wer übrigens auch meistens ins Schwarze trifft, sind die Wirtschaftsweisen – man gestatte mir den kleinen Gedankensprung – die ja auf gewisse Dinge schon seit 15 Jahren hinweisen. Man müsste auf diese Schwarztreffer – sie sind eben «Schwarztreffer» und keine «Schwarzseher» – jetzt nur noch hören…
Und nicht: Ausreden, Entschuldigungen, Verzweiflung und Ärger. Ausreden, Entschuldigungen, Verzweiflung und Ärger.
Manchmal treffe ich voll ins Schwarze:
Die beiden Damen Palla sind Kusinen.
(Cousinen)
Keine Kommentare:
Kommentar veröffentlichen