Dienstag, 13. Oktober 2026

Impressionen aus Berlin (1): Barbarini, DHL, Taxis und Bueno

Ja, wir waren wieder einmal in Berlin und ich will Sie mit zwei Posts ein wenig an den Dingen teilhaben lassen, es sind nur ein paar Impressionen, ein paar Eindrücke, ein paar Kleinigkeiten, aber viel Spass beim Lesen.

Feudal im Barbarini

Im Museum Barbarini in Potsdam hat der Sammler Hasso Plattner eine wunderbare Kollektion (seine Kollektion!) von Impressionisten und Neoimpressionisten ausgestellt. Wir schwelgen vier wunderbare Stunden in Monet, Renoir, Sisley, Signac usw. Dazwischen gehen wir in das Café Barbarini und essen Pfirsich-Sahne-Kuchen und Sachertorte, trinken Espresso und viel Mineralwasser. Mit dem Eintritt (32,--), dem Kaffee (30,--) und ein paar Postkarten (28,--) sind wir bei neunzig Euro. Stolze Preise, es scheint den Deutschen, den Berlinern, den Brandenburgern gar nicht so schlecht zu gehen – auch das Café Barbarini ist gerammelt voll, wir finden nur Plätze neben zwei netten Frauen am Vierertisch.
Aber Achtung!
Aber Achtung!
Das Barbarini ist wahrscheinlich keine repräsentative Ecke, um die soziale Situation der Menschen in Brandenburg zu evaluieren und zu dokumentieren. Die Damen, die im Barbarini-Café ihren Mokka trinken und dabei erörtern, ob man die Zauberflöte an der Staatsoper oder an der Deutschen Oper schauen sollte, sind nicht der Durchschnitt.

DHL überall und an allen Ecken

Wir fahren am Dienstag mit dem M29 heim. Zwischen Rio-Reiser-Platz und Görlitzer Bahnhof versperrt uns ein DHL-Fahrzeug den Weg und der Bus braucht eine Weile, um den Transporter zu umschiffen. Am Mittwoch fahren wir wieder mit dem M29 heim und scheinbar steht dasselbe Ding nur 10 Meter weiter. Kann natürlich nicht sein, es ist ein anderes; und nun werden wir aufmerksam: Wir zählen am Donnerstag die DHL-Wagen. Wir kommen in einer Stunde auf 300 Fahrzeuge der Dalsey-Hillblom-Lynn-Bande, die überall stehen, in der zweiten, dritten und vierten Reihe, kreuz und quer und dort, wo sie nicht hingehören. Ganz Berlin ist voll mit DHL. Es wäre eine grossartige Massnahme, wenn die Stadt Berlin sämtliches Ausliefern von Paketen verbieten würde, und natürlich gleich auch Temu, Amazon und wie die alle heissen. Es wäre eine Wohltat für den öffentlichen Verkehr. Er würde wieder fliessen.

Taxifahrer hören nicht zu – wie alle Menschen

Am ersten Abend fahren wir mit dem Taxi vom Hauptbahnhof zu unserem Gastgeber. Wir fragen den Fahrer, ob er weiss, wo sich die XY-Strasse 1 befindet. Natürlich wisse er das, und er fährt fröhlich los. Ich betone noch einmal, das die XY-Strasse bei dem Punkt Z beginnt und nicht, wie man denkt, an der anderen. Von ihm kommt nur ein ja, ja, ja, ja. Nun merken wir schon relativ früh, dass er falsch abgebogen ist und nun sich nun von der stadtnahen Seite der XY-Strasse nähert. Als wir in die hineinfahren, sind wir bei 234 und der Schrecken ist gross. Also, tapfer durchgefahren – aber halt! Ein Teil ist Fussgängerbereich, also drumherum. Ich hätte ihm sagen müssen, dass wir zur anderen Seite wollen, so der Taximensch lapidar. Tatsächlich hören Taxifahrer aber nicht zu, so wie alle Menschen, egal ob Verkäufer oder Callcenter-Mitarbeiter. Niemand hört zu. Dabei sag ich (manchmal) wirklich informative Dinge…

Kein Kinder-Bueno mehr

An einem der Tage komme ich vom Schwimmbad am Helene-Weigel-Platz und habe unbändig Lust auf ein Kinder-Bueno. Am Kiosk S-Bahn Springpfuhl gibt es keine, dort gibt es ausser Zigaretten nur Lollis und Zuckertüten. Im Press&Book am Ostkreuz gibt es ausser Zeitschriften nur gesunde Schokolade. Beim Aussteigen gehe ich noch ins Späti Pflügerstrasse, es hat alle Riegel, Mars, Snickers, Milky Way, usw., usw., aber kein Bueno. Liegt es vielleicht daran, dass diese Leckerei die Lieblingssüssigkeit des (noch) Regierenden Bürgermeisters ist, und dass mit seiner Abwahl Buenos aus den Regalen verbannt wurden? Nun, dann werden wir gespannt sein, was die linke neue Chefin als Favorit-Schoko angibt…

Nächste Folge noch mehr.


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