Kürzlich bin ich im Internet auf das Marmorbild eines schönen, jungen Mannes gestossen. Schön und nackt. Ich habe daraus eine Fotostrecke gemacht - zugegeben, vor allem von der unteren Hälfte - es mit Romantischer Sinfonik unterlegt und auf YouTube gestellt. Stellen wollen. Die Antwort kam sofort: Ein Video derartigen Inhalts, gespeist aus obskur-zweideutigen Quellen, sei auf einem Kanal, der auch von Jugendlichen besucht werde, nicht tragbar.
Meine obskuren Bildquellen waren ein Wikipediaeintrag und die offizielle Seite der Tourismusregion Toscana. Doch auch die Musik wurde als lasziv-pornografisch abgelehnt.
Nun gut, YouTube ist eine saubere Seite.
Ist das so?
Ich habe dann ein bisschen geforscht:
Ich treffe auf das Video "Call on me", ein Musikstrip, der seinerzeit sicher auf und ab auf MTV gezeigt wurde. Der Inhalt ist harmlos: Ein Trainer gibt acht Frauen Aerobicunterricht. Nun habe ich nie Aerobic gemacht, kann mir aber nicht vorstellen, dass dort nur der Beckenbereich trainiert wird, und wenn, dann nicht so heftig und so ruckartig. Und warum Frauen bei der Fitness ihren Finger ablutschen, erscheint mir auch nicht einleuchtend. Das Video ist Porno pur.
Nun schaue ich weiter und gebe "love at the beach" ein. Hier genügt ein Blick auf die Standbilder. Statt der erwarteten Filmausschnitte mit Doris Day und Rock Hudson (sie im Blümchenstrandkleid, er casual mit Poloshirt und Leinenhose) nackte Oberkörper, vertikal, horizontal (!) und diagonal. Und dass an Oberkörpern noch ein Unterkörper dranhängt, wissen auch die Zehnjährigen...
Es ist alles ein bisschen verlogen. Wichtig bleibt also auch bei "sauberen" Seiten wie YouTube: Schau an, was dein Kind sieht! Und wenn Ihr Sohn sehr lange bei Renaissancekunst verweilt - Sie ahnen sicher längst, dass das Marmorbild der "David" von Michelangelo ist - dann wird er Kunsthistoriker oder schwul; was nicht schlimm ist. (Ich meinte letzteres.)
P.S. Die Musik war der 2. Satz aus Tschaikowskis Sinfonie Nr. 5. Er ist sicher sinnlich, vielleicht sogar erotisch, sicher nicht lasziv und auf keinen Fall pornografisch. Sondern einfach wunderschön. Sie finden die Musik im Internet, übrigens xmal auf YouTube.
Donnerstag, 27. Oktober 2011
Montag, 24. Oktober 2011
Müssen Kinder schreien?
Neulich, im Bus Linie 36: Ein Kind im Kinderwagen schreit, laut, intensiv und lässt sich auch durch alle Beruhigungsversuche der Mutter nicht beeindrucken. „Jetzt ist aber mal Ruhe!“, meckert eine Frau auf einem der vorderen Sitze. „Es ist ein Kind“, bemerkt ein Fahrgast. „Deshalb muss es nicht so schreien!“, kontert die Dame.
Ich finde, sie hat absolut Recht: Kindergeschrei ist nervig, quälend und sollte unterbunden werden. Warum schreien Kinder eigentlich? Weil sie uns damit sagen wollen, dass sie Hunger haben, ihre Windel nass ist, dass etwas wehtut, dass sie Angst vor der Riesendogge haben, die lüstern-gierig in den Kinderwagen starrt. Und hier müssen wir doch ansetzen: Da alle Sprachübungen heute in Schule und Kindergarten nach vorne wandern, müsste doch auch die erste Sprache (Linguisten nennen das L1) früher erworben werden. Unser Sprachlernplan sähe dann – rückwärts gelesen – so aus:
Frühenglisch mit 10
Frühfranzösisch mit 8
Standardsprache mit 4
Sprechen lernen mit 3 Monaten
Das geht nicht? Meine Güte, wozu zahlen wir ein Heer von Didaktikern, Sprachforschern, Neuro- und Psycholinguisten, Pädagogen und Logopäden? Wozu werden Millionen von Seiten wissenschaftlicher Publikationen auf den Markt geworfen? Also, meine Damen und Herren, machen Sie sich an die Arbeit! Ich möchte, dass in einigen Jahren ein solches Kind in der Linie 36 ein klaren Satz formuliert: „Dr grosse Hund sabbert mir uf de Kopf, ställ bitte dr Wage woanders ane.“
Die Dame, die zu Recht gemotzt hatte, stieg übrigens bald beleidigt aus, nachdem sämtliche Fahrgäste über sie hergefallen waren. Ich hoffe, sie war eine von den oben erwähnten Wissenschaftlerinnen und wird jetzt intensiv am Sensationsbuch „Mein Kind spricht ab Geburt – ein Lernplan für Eltern und Hebammen“ arbeiten.
Donnerstag, 20. Oktober 2011
Kultur
Ich habe mir zur Eröffnung der Hallenbadsaison einige neue Dinge geleistet: Zwei blauschwarze Badehosen (adidas) und eine neue Schwimmbrille (speedo) - ja, wir sind markenbewusst. Um alles unterzubekommen habe ich mir noch einen Kulturbeutel gekauft. Sie wissen nicht, was ein Kulturbeutel ist? Hier heisst das Nessesär - ich glaube, es wird anders geschrieben, aber die Fachdidaktik Deutsch wertet Schreiblust inzwischen schwerwiegender als Orthografiemanie. Jedenfalls ein Kulturbeutel, und wenn Sie dachten, da kämen Bücher und CDs rein: weit gefehlt.
Was das mit Kultur zu tun hat? Keine Ahnung, vielleicht denkt man, dass ein kultivierter Mensch rasiert ist und auch gut riecht. Poeten wie Bukowski stanken zwar wahrscheinlich wie ein Iltis und Jack London hatte auf seinen Eisenbahntouren sicher auch keinen Kulturbeutel dabei, aber das steht auf anderen Blättern.
Was ist dann nun Kultur?
In der ersten Herbstferienwoche war ich mit der KKB in Parpan (GR) und fand in einem Flyer der Tourismusregion Lenzerheide eine gute Definition: ZWISCHEN KULTUR UND MODERNE ist dort eine Überschrift, und wenn man die Seiten liest, entdeckt man, dass es um eine Schaukäserei und eine abstrakte Malerin geht. Das ist doch einmal eine eindeutige Sache: Kultur ist nicht modern und ist bodenständig und urwüchsig. Vielleicht gar nicht so daneben, man könnte ja die Schweizer Käseherstellung zum Weltkulturerbe vorschlagen, schliesslich will der französische Präsident ja das mit der Küche der Grossen Nation tun. Er sollte dabei allerdings die Restaurants der touristischen Orte an der Mittelmeerküste herausnehmen (zweite Ferienwoche, aber wiederum ein anderes Blatt).
Kultur ist also alles, was mir vertraut ist, was mich pflegt, was ich kenne, was mir gut tut.
Kultur als Verstörendes, Irritierendes, Aufweckendes? Igitt.
Ich jedenfalls werde jetzt einen schönen Emmentaler essen. Und den Rest - Sie haben es erraten - stecke ich in meinen Kulturbeutel.
Was das mit Kultur zu tun hat? Keine Ahnung, vielleicht denkt man, dass ein kultivierter Mensch rasiert ist und auch gut riecht. Poeten wie Bukowski stanken zwar wahrscheinlich wie ein Iltis und Jack London hatte auf seinen Eisenbahntouren sicher auch keinen Kulturbeutel dabei, aber das steht auf anderen Blättern.
Was ist dann nun Kultur?
In der ersten Herbstferienwoche war ich mit der KKB in Parpan (GR) und fand in einem Flyer der Tourismusregion Lenzerheide eine gute Definition: ZWISCHEN KULTUR UND MODERNE ist dort eine Überschrift, und wenn man die Seiten liest, entdeckt man, dass es um eine Schaukäserei und eine abstrakte Malerin geht. Das ist doch einmal eine eindeutige Sache: Kultur ist nicht modern und ist bodenständig und urwüchsig. Vielleicht gar nicht so daneben, man könnte ja die Schweizer Käseherstellung zum Weltkulturerbe vorschlagen, schliesslich will der französische Präsident ja das mit der Küche der Grossen Nation tun. Er sollte dabei allerdings die Restaurants der touristischen Orte an der Mittelmeerküste herausnehmen (zweite Ferienwoche, aber wiederum ein anderes Blatt).
Kultur ist also alles, was mir vertraut ist, was mich pflegt, was ich kenne, was mir gut tut.
Kultur als Verstörendes, Irritierendes, Aufweckendes? Igitt.
Ich jedenfalls werde jetzt einen schönen Emmentaler essen. Und den Rest - Sie haben es erraten - stecke ich in meinen Kulturbeutel.
Dienstag, 18. Oktober 2011
Das Thunfischprinzip
Es gehört zum guten Ton, Leute im Supermarkt vorzulassen, die wenig Ware haben. "Möchten Sie vor?", frage ich also die ältere Dame, die mit einer Dose Thunfisch in Öl hinter mir steht. "Nein", lächelt sie und zeigt auf den vollen Warenkorb auf dem Boden. Der Fisch hat einfach keinen Platz im Korb gefunden. Wir kommen ins Gespräch darüber, ob es Menschen gäbe, die das Angebot lächelnd angenommen und dann ihre Waren über mich hinüber gewuchtet hätten. Sie sagt nein, ich ja.
Es gibt solche Menschen. Ja, ich bin sogar der Meinung, dass viel in unserer Gesellschaft nach dem Thunfischprinzip funktioniert: Wenig zeigen, der Hammer kommt nach, den Thunfisch präsentieren, den Korb nachliefern.
"Das tut jetzt ein bisschen weh", sagt der Arzt, der nachfolgende Schmerz würde selbst Guantanamohäftlingen als verschärft vorkommen. "Wir sind gleich fertig", sagt die Dentalhygienikerin, dann kratzt sie noch eine Stunde an meinem Gebiss herum. "Das wird nicht viel kosten", sagt der Automechaniker, die Gesamtrechnung liegt im Bereich zwischen Monatslohn und Kantonsbudget.
Ob Stuttgart 21, Atomkraft, Rüstung: Thunfischprinzip! Im Korb liegen Folgekosten, Folgeschäden, Folgeentwicklungen, Folgefolgen.
Ja, es gibt solche Leute.
"Wollen Sie vor?" fragt die ältere Dame, ich habe inzwischen bezahlt, den Mann hinter sich. Er hat nur eine Zwiebel in der Hand. Er geht vor und - - - - - - hat wirklich nur das Knollengewächs. Auch das gibt es. Ausserdem würde der Text ja sonst "Zwiebelprinzip" heissen.
Es gibt solche Menschen. Ja, ich bin sogar der Meinung, dass viel in unserer Gesellschaft nach dem Thunfischprinzip funktioniert: Wenig zeigen, der Hammer kommt nach, den Thunfisch präsentieren, den Korb nachliefern.
"Das tut jetzt ein bisschen weh", sagt der Arzt, der nachfolgende Schmerz würde selbst Guantanamohäftlingen als verschärft vorkommen. "Wir sind gleich fertig", sagt die Dentalhygienikerin, dann kratzt sie noch eine Stunde an meinem Gebiss herum. "Das wird nicht viel kosten", sagt der Automechaniker, die Gesamtrechnung liegt im Bereich zwischen Monatslohn und Kantonsbudget.
Ob Stuttgart 21, Atomkraft, Rüstung: Thunfischprinzip! Im Korb liegen Folgekosten, Folgeschäden, Folgeentwicklungen, Folgefolgen.
Ja, es gibt solche Leute.
"Wollen Sie vor?" fragt die ältere Dame, ich habe inzwischen bezahlt, den Mann hinter sich. Er hat nur eine Zwiebel in der Hand. Er geht vor und - - - - - - hat wirklich nur das Knollengewächs. Auch das gibt es. Ausserdem würde der Text ja sonst "Zwiebelprinzip" heissen.
Donnerstag, 29. September 2011
Blog-Ferien: Leseempfehlung
Die nächsten zwei Wochen bin ich fort und schreibe aktuell nichts.
(Und stelle auch keine Möwenfotos ins Netz)
Damit euch nicht langweilig wird, hier ein paar Buch"empfehlungen", sortiert nach Zielgruppe:
1.) Für Zornige: Helene Hegemann: Axolotl Road Kill
Baut alle eure Aggressionen ab, es hat 600 mal "Scheisse" und viele andere schöne Wörter in dem Text, am besten laut lesen, dann ist es besser als Scheiben zerschmeissen.
2.) Für Entdecker: Der Mann ohne Eigenschaften (ab Seite 1500)
Neuland! Dort war noch niemand, ich auch nicht, der Roman von Musil ist auf der Hitliste der "nicht weitergelesenen Bücher" die Nummer 1. Vielleicht erwartet euch dort immer nur das gleiche Wort, oder nur leere Seiten? Wer weiss.
3.) Für Bodensee-Fans: Alles von Martin Walser
Auch wenn das Buch in Mexiko oder auf dem Mond beginnt, bei Walser führt alles immer wieder an den Bodensee, schöne Heimatliteratur für gemütliche Kaffeestunden.
4.) Für Masochisten: Bloch: "Tübinger Einführung in die Philosophie"
Kostprobe gefällig? "Das Aussen ist dunkel, das Wir ist Innen. Alles Innen ist hell. Das Bin ist mit dem Wir..."
5.) Für Schadenfrohe: Goethe: Schluss vom "Werther"
Ich freue mich immer, dass auch der grosse Geheimrat auf den Ossianschwindel hereingefallen ist. (Wir erinnern uns: Der angebliche altirische Dichter hatte nie existiert. Seine Texte waren vom "Entdecker", einem englischen Pfarrer, selbst gemacht.)
Und nun: Schöne Zeit!
(Und stelle auch keine Möwenfotos ins Netz)
Damit euch nicht langweilig wird, hier ein paar Buch"empfehlungen", sortiert nach Zielgruppe:
1.) Für Zornige: Helene Hegemann: Axolotl Road Kill
Baut alle eure Aggressionen ab, es hat 600 mal "Scheisse" und viele andere schöne Wörter in dem Text, am besten laut lesen, dann ist es besser als Scheiben zerschmeissen.
2.) Für Entdecker: Der Mann ohne Eigenschaften (ab Seite 1500)
Neuland! Dort war noch niemand, ich auch nicht, der Roman von Musil ist auf der Hitliste der "nicht weitergelesenen Bücher" die Nummer 1. Vielleicht erwartet euch dort immer nur das gleiche Wort, oder nur leere Seiten? Wer weiss.
3.) Für Bodensee-Fans: Alles von Martin Walser
Auch wenn das Buch in Mexiko oder auf dem Mond beginnt, bei Walser führt alles immer wieder an den Bodensee, schöne Heimatliteratur für gemütliche Kaffeestunden.
4.) Für Masochisten: Bloch: "Tübinger Einführung in die Philosophie"
Kostprobe gefällig? "Das Aussen ist dunkel, das Wir ist Innen. Alles Innen ist hell. Das Bin ist mit dem Wir..."
5.) Für Schadenfrohe: Goethe: Schluss vom "Werther"
Ich freue mich immer, dass auch der grosse Geheimrat auf den Ossianschwindel hereingefallen ist. (Wir erinnern uns: Der angebliche altirische Dichter hatte nie existiert. Seine Texte waren vom "Entdecker", einem englischen Pfarrer, selbst gemacht.)
Und nun: Schöne Zeit!
Montag, 26. September 2011
Meine Partei
Ich habe vor einigen Jahren eine Partei gegründet; und weil mich Wischi-Waschi immer abstösst, hatte die Partei klare, konkrete Ziele:
· Aufhebung aller Rauchverbote
· Gratis-Kaffeeautomaten in allen öffentlichen Gebäuden
· Ein zweites Hallenbad in Basel
· Verbesserung des ÖV Richtung Birstal und Allschwil
Eindeutig formulierte, gute Ziele. Vielleicht ein wenig zu sehr an meinen persönlichen Interessen orientiert. So kam ich bei Podiumsdiskussionen doch ein wenig in Schwitzen, wenn ich gefragt wurde, warum ich nicht auch für Tee als Gratisgetränk sei. Ich konnte ja schlecht sagen: „Weil ich gerne Kaffee trinke.“ Also faselte ich von Wachheit und Wachsamkeit und mein Slogan „Koffeinschub für die Basler Wirtschaft“ geisterte immerhin zwei Tage durch die Medien. Auch, dass ich nicht generell für den Ausbau des ÖV war, sorgte etwas für Missstimmung.
Meine Partei hatte als Ziel 5% und kam auf 0,5%, teilt damit ihr Schicksal mit der deutschen FDP (Parole von Westerwelle war einmal 18%, letzte Berlinwahl 1,8%). Anders ausgedrückt haben Guido und ich beide unsere Marke erreicht, wenn man es mit Prozent und Promille nicht so genau nimmt.
Ich habe die Partei aufgelöst und eine neue gegründet. Da ich aus meinen Fehlern lerne, wurden die neuen Ziele allgemeiner formuliert:
· Liebe
· Frieden
· Freiheit
· Toleranz
Nein, das wird nicht mehr konkretisiert, denn konkretisieren heisst einschränken, und das will ich nicht. Und gegen meine Ziele kann niemand etwas haben.
Also: wählen Sie mich! Meinen Namen zweimal auf jede Liste! (Gleich unter oder auch über oder auch zwischen die zwei Malamas, das bleibt Ihnen überlassen)
P.S. Natürlich ist das alles Quatsch, ich darf ja erst in ein paar Jahren überhaupt abstimmen. (Und dann gründe ich mit anderen Neubürgern eine Anti-Einwanderungspartei, nach dem Motto: Wir sind drin, jetzt werden die Türen zugemacht.)
Donnerstag, 22. September 2011
Kenianisches Baumkänguru
"Haben Sie einen Moment Zeit?" Vor mir steht ein braungebrannter, junger Kerl mit kurzgeschnittenem, blonden Haar. Ich checke das Design seiner Jacke und werde fündig: PRO NATURA. Er will mir eine Mitgliedschaft verkaufen.Ich sage mein übliches Sprüchlein auf: Ich spende schon einer internationalen (Save the children) und einer regionalen Organisation (IVB) und möchte mich nicht verzetteln, wenn ich Geld habe, bekommen die etwas. "Aber die Umwelt fehlt noch in Ihrem Spektrum." Der ist gut, der Mann, denke ich, der ist gerissen, das wird nicht so einfach. Ich wiederhole mein Sprüchlein und füge hinzu, dass die Hinzunahme der Umweltschützer zwar keine thematische, aber eine finanzielle Verzettelung wäre."Das Aussterben des Kenianischen Baumkängurus ist Ihnen egal?" Der ist clever, denke ich nochmal, der ist gut, der wird es weit bringen. Ich schaue mir mein Gegenüber erneut an: Unter der aufgeknöpften Jacke spannt sich ein enges weisses T-Shirt über kräftigen Muskeln, wenn es zum Kampf kommt, sehe ich alt aus. Trotzdem sage ich ganz frech: "Ja! Es ist mir egal! Ein Tier, das ich bis vor zwei Minuten gar nicht kannte, geht mir schlicht nicht so zu Herzen." "Und der Tibetische Schlappschwanztiger? Die Argentinische Halbmaus?" "Jetzt mach aber mal einen Punkt! Die Tiere sind dir genauso wurscht wie mir, du machst das hier, weil du Geld kriegst!" Seine Beine zucken, sein Bizeps spannt sich und ich suche das Weite.
Schlappschwanztiger...Wann fing das eigentlich an mit den Profi-Fundraisern, mit den Callcenterboys? Seit wann gibt es hier kein Herzblut mehr? Früher waren die Diskussionen spannender, als noch Leute da waren, die für eine Sache kämpften, die ihnen wichtig war.
Heute habe ich in der Zeitung gelesen, dass in Afrika das Problem einer Überpopulation von Baumkängurus besteht. Sie fressen alles kahl, zerstören den Regenwald, dringen in Häuser und Scheunen ein. Zudem sind sie sehr intelligent. Ein Kenianer behauptet, ein Baumkänguru habe von seinem Handy aus eine obszöne SMS verschickt. Gut, ob das stimmt? Jedenfalls: Wenn eine Organisation Geld für das Abschiessen dieser Tier sammeln sollte: Ich bin dabei.
Schlappschwanztiger...Wann fing das eigentlich an mit den Profi-Fundraisern, mit den Callcenterboys? Seit wann gibt es hier kein Herzblut mehr? Früher waren die Diskussionen spannender, als noch Leute da waren, die für eine Sache kämpften, die ihnen wichtig war.
Heute habe ich in der Zeitung gelesen, dass in Afrika das Problem einer Überpopulation von Baumkängurus besteht. Sie fressen alles kahl, zerstören den Regenwald, dringen in Häuser und Scheunen ein. Zudem sind sie sehr intelligent. Ein Kenianer behauptet, ein Baumkänguru habe von seinem Handy aus eine obszöne SMS verschickt. Gut, ob das stimmt? Jedenfalls: Wenn eine Organisation Geld für das Abschiessen dieser Tier sammeln sollte: Ich bin dabei.
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