Dienstag, 8. September 2026

Warum fahren alle Busse gleichzeitig?

An manchem Sonntag gehe ich um 9.00 ins Schwimmbad und um 10.30 in die Messe in der Heiliggeistkirche. (Ich bin eigentlich nicht katholisch, ich bin Lutheraner, damit ist mir der reformierte Gottesdienst ferner als der römische, ausserdem bin ich totalökumenisch aufgewachsen, aber davon ein anderes Mal…) Für den Transfer muss ich mit dem Bus fahren, entweder eine Station und dann ins Tram umsteigen oder drei Stationen mit dem Bus.
Das sollte kein Problem sein, denn auf der kurzen Strecke zwischen St. Jakob (Tram 14) und Dreispitz (Tram 10/11) verkehren drei Buslinien, der 36er, der 37er und der 47er. Wenn ich aber nun um kurz nach zehn an die Haltestelle komme, stehe ich etwas erstaunt vor der Anzeige:

37 Leimgrubenweg 12 Minuten
47 Bottmingen Schloss 13 Minuten
36 Claraplatz 14 Minuten

Alle drei Busfahrpläne sind so gestaltet, dass die Fahrzeuge praktisch gleichzeitig kommen und gehen und man danach wieder eine Viertelstunde warten muss. Die Achse zwischen 14er und 10er/11er ist ja eine sehr entscheidende, es macht keinen Sinn, die Leute 15 Minuten auf die Folter zu spannen.

Und ich meine hier nicht, das Phänomen, dass drei Busse der gleichen Linie hintereinander fahren. Einer der Beatles (ich weiss nicht mehr, welcher) hat ja schon vor vielen Jahren gesagt, dass er in London einmal drei Busse hintereinander gesehen habe, jeder mit 6 Personen besetzt und er nicht verstanden habe, warum man die Leute nicht in einen Bus setzt…
Dies ist aber nur der Fall, wenn es Verspätungen und Unregelmässigkeiten gibt – und es ist eigentlich ein Zeichen für einen dichten und guten Fahrplan. In Berlin erleben wir in Kreuzberg häufig drei M29er hintereinander, der fährt aber in der Hauptverkehrszeit auch im 3-4 Minuten-Takt.

Das Thema «Sinnvolle Gestaltung von Fahrplänen» reiht sich in das grosse Unternehmen «Wir machen den ÖV attraktiver». Denn wenn wir aus ökologischen Gründen mehr und mehr Bus, Tram, S-Bahn und Zug benutzen sollten, dann muss es doch ein wenig Spass machen.

Ich habe mich am 4. März 2025 in einem Post mit den fehlenden Dächern bei vielen Haltepunkten beschäftigt. Dort schrieb ich:

Warum ist es so schwierig, jeden Haltepunkt mit einem Dach zu versehen?
Man müsste ja kein gemauertes Haus machen, es bräuchte ja keinen Getränkeautomaten, man müsste nicht heizen, man müsste weder Gebäck noch Lektüre, man müsste keine Beschallung und kein Video bereitstellen. Es bräuchte ein paar Stützen und drei Plexiglaswände. Mehr nicht. Es kann also nicht an dem Kostenfaktor liegen.
Woran liegt es dann? Ich weiss es nicht.
Es wäre eine so simple und einfache Möglichkeit, den ÖV attraktiver zu machen.

Sicher gibt es noch viele Punkte, und sicher werde ich noch viel darüber schreiben, denn ich bin ja Berufspendler. Und ich bin es gerne und ausgiebig. Schon alleine wegen des Mittagsschlafes, der ja im Auto nicht so gut geht. (Das ist nun ein Euphemismus, denn wer schon einmal mit Sekundenschlaf gegen die Leitplanke gedotzt ist, dankt allen Heiligen, dass nicht mehr passierte…)

An manchem Sonntag gehe ich um 9.00 ins Schwimmbad und um 10.30 in die Messe in der Heiliggeistkirche. Wenn ich aber nun um kurz nach zehn an die Haltestelle komme, stehe ich etwas erstaunt vor der Anzeige:

37 Leimgrubenweg 12 Minuten
47 Bottmingen Schloss13 Minuten
36 Claraplatz 14 Minuten

Immerhin: Der Haltepunkt hat ein Dach.
Und das ist ja auch viel wert.

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