Freitag, 28. April 2023

Der Pop-Literat

Ich schaue das heute journal.
Das tue ich manchmal. Im heute journal kommt viel Politik, ein wenig Sport und das Wetter. Und gelegentlich auch Kultur. Was hilfreich sein kann, wenn z. B. über Vermeer geredet wird und man am nächsten Tag noch Tickets ergattern kann. Heute kommt aber keine Ausstellung, heute kommt der

Pop-Literat

Der Pop-Literat hat ein Buch geschrieben.
Das tut er manchmal. Sonst macht er Fernsehen, aber nicht bei «heute», sondern in einem eigenen Format. Aber an diesem Abend stellt er eben im heute journal sein Buch vor. Sein Buch ist ein Schlüsselroman, es ist ein Metoo-Roman, und der Pop-Literat ist sehr begeistert davon. Im Beitrag redet der Pop-Literat an einer Tour (ist das Pop?), er raucht permanent wie ein Schlot und auf eine aufdringliche Weise (wohl auch Pop?), er trinkt Wasser und schenkt sich während des Lesens ein Glas ein (sicher Pop?) und er bewegt seine Arme und Hände hektisch und fuchtelnd (kann man auch hier von Pop sprechen?).
Jedenfalls macht er mir nicht besonders Lust auf sein Buch.

Ich schaue Kulturzeit
Das tue ich manchmal. Die Kulturzeit ist eine Gemeinschaftssendung von ARD, ZDF, ORF und SRF und wird auch von Moderatorinnen aus allen Ländern gemacht. (Ja, die weibliche Form! Ohne Gendergap! Es ist praktisch kein Mann dabei…) Die Kulturzeit berichtet auch über gesellschaftliche Themen, aber vor allem über Oper, Konzerte, Filme, Bücher, Ausstellungen. Was hilfreich sein kann, wenn z. B. über den neuen Ring des Nibelungen geredet wird und man am nächsten Tag noch Tickets ergattern kann. Heute kommt aber kein Wagner, heute kommt der

Pop-Literat.

Der Pop-Literat hat ein Buch geschrieben.
Das tut er manchmal. Sonst macht er Fernsehen, aber nicht bei der Kulturzeit, sondern in einem eigenen Format. Aber an diesem Abend stellt er eben in der Kulturzeit sein Buch vor. Sein Buch ist ein Schlüsselroman, es ist ein Metoo-Roman, und der Pop-Literat ist sehr begeistert davon. Im Beitrag – es ist übrigens derselbe wie im heute Journal – redet der Pop-Literat an einer Tour (das ist Pop), er raucht permanent wie ein Schlot und auf eine aufdringliche Weise (das ist wohl auch Pop), er trinkt Wasser und schenkt sich während des Lesens ein Glas ein (das ist sicher Pop) und er bewegt seine Arme und Hände hektisch und fuchtelnd (man kann auch hier von Pop sprechen).
Jedenfalls macht er mir nicht besonders Lust auf sein Buch.

In der Kulturzeit kommen nun noch zwei Beträge.
Erst kommt die

Literaturkritikerin

Die Literaturkritikerin redet 10 Minuten um den heissen Brei herum. Was sie eigentlich sagen will, ist, dass das Buch des Pop-Literaten ein schlechtes Buch ist. Ein Buch, das man nicht lesen sollte. Aber so eindeutig kann sie das natürlich nicht sagen, denn es ist ja
ein Buch des Pop-Literaten,
ein Buch, das sogar im heute Journal kommt
ein Schlüsselroman
ein Metoo-Roman
Aber wer zwischen den Zeilen lesen kann – also eigentlich bei den Einatmern hören – der versteht es: Das ist ein nicht so gutes Buch.
Der Titel kann ja auch so oder so gelesen werden: Die Frage «noch wach?» könnte ja auch an den Leser oder die Leserin gerichtet sein, der oder die bei der Lektüre eingeschlafen ist…

Und dann kommt noch – ist das nun Zufall oder nicht, ist das redaktionelle Wurstigkeit oder gerade redaktionelles Interesse? – ein Beitrag über inklusives Theater in den Münchner Kammerspielen. Es kommt die

Schauspielerin mit Beeinträchtigung

Die Schauspielerin mit Beeinträchtigung ist eine faszinierende Person. Sie spielt gerade die Antigone, und wenn man ihrem Spiel zusieht, ist man hin und weg. Nicht die Heroine alter Zeiten, nein, eine Frau, die leidet und liebt (und auch lacht!). Im Interview bewegt die Schauspielerin mit Beeinträchtigung nur manchmal ihre Hände und Arme so komisch…

Und nun begreift man: Die Pop-Literatur des Pop-Literaten ist auch etwas wie ein Inklusionsprojekt. Vielleicht nicht ganz, vielleicht eher so etwas wie die Art Brut, bei der es ja um Kunst psychisch Beeinträchtigter ging und geht, denn eines ist klar: Der Pop-Literat hat einen an der Waffel.

Werde ich das Buch lesen?
Vielleicht ja, um mitzureden. Vielleicht nein. Vielleicht warte ich auf den Metoo-Roman von der Personengruppe, die solche Bücher schreiben sollten:
Frauen.

P.S.
Die Idee mit den abgesetzten Berufsbezeichnungen ist von Sybille Berg. Danke dafür!

 

  

 

 

 

Dienstag, 25. April 2023

Mal wieder Holland (2)

Hallo
Und weiter geht es mit Begebenheiten aus dem Land zwischen Maas, Rhein und Nordsee.

OV-CHIPKARTE ZURÜCK?

Die OV-Chipkarte ist ein lustiges Ding. Man speist einen gewissen Betrag auf ein Kärtchen, das man dann immer an den Apparat im Tram oder im Zug hält. Es wird dann der kilometergenaue Betrag abgebucht. Allerdings: Nach 5 Jahren ist das Ding ungültig, man muss den Betrag zurückfordern. Der nette Mann in der Dienststelle in Den Haag Centraal besieht sich unsere Karten. Die eine, so er, sei abgelaufen, für diese gibt er uns ein Formular, die andere sei «ganz lange» abgelaufen, da gehe nichts mehr. Zuhause – also nicht daheim, sondern in unserer wunderbaren Ferienwohnung Westeinde 51 – sehe ich mir die Sache an, beim Ablaufdatum steht «voor 1-99 jaren», also muss es sehr wohl noch gehen.
Ich stelle mich am nächsten Tag an den OV-Schalter am anderen Haager Bahnhof, dem Hollands Spoor, dort klärt mich ein netter Mann auf, dass alle Rückgaben inzwischen nur noch online erfolgen könnten, dass die Formulare auf den Müll gehörten. Auf meine Entgegnung, dass ich ja vor einem Tag ein solches Formular erhalten hätte, meint dieser nur lakonisch, er habe dem Kollegen in Centraal schon ein paar Male gesagt, dass er aufhören solle, diese Zettel zu verteilen…
Ich finde den Mann im Nachhinein grossartig, ja, er ist so eine typische holländische Frohnatur. Warum die schönen Zettel wegwerfen, wenn sie nicht zerknittert oder nass sind? Also schön noch aufbrauchen. Und: Natürlich wird die Erstattungsstelle die eingesandten (aufgeklebten) Chipkarten – zähneknirschend, zähneknirschend, zähneknirschend, zähneknirschend – bearbeiten, er bekommt also quasi recht.

BAUWUT AM KURHAUS

Wir waren dieses Mal in der Haager Innenstadt untergebracht, also brauchte es einen Tag, bis ich mein geliebtes Scheveningen wiedersah.
Es war ein wenig so, wie wenn man einen alten Freund nach drei Jahren wiedersieht und er sich merkwürdig verändert hat: War er nicht früher dicker? Seit wann hat er gefärbte Haare? Warum kichert er immer so komisch? Wieso findet er auf einmal Panzer toll? Man muss ein wenig schlucken und sich räuspern, um wieder da anzuknüpfen, wo man vor drei Jahren war.
Nun, Scheveningen war nicht dicker und hat keine Haare gefärbt, es kichert nicht und hat keine Panzerfreude, aber während und nach der Pandemie ist eine Bauwut epischen Ausmasses ausgebrochen. Scheveningen hatte immer schon ganz verschiedene Teile, den Kurbereich, wo vor 130 Jahren die gekrönten Häupter Europas sich trafen, den modernen Touristenquatschbereich, das alte Fischerdorf und ein paar normale Wohnquartiere. Nun kommen zum Kurbereich, dem modernen Touristenquatschbereich, dem alten Fischerdorf und den normalen Wohnquartieren Hochhäuser dazu, die so ausschauen, als wollte man Frankfurt am Main hier am Nordseestrand nachbauen – oder gleich Manhattan.
Ich bin ein wenig erschrocken: Ist das noch das Scheveningen, das ich kenne? Ist es noch MEIN Scheveningen? Ich drehe mich um, ignoriere das im Rücken und blicke auf das Meer: Das Meer ist noch immer das, was es schon zu Vermeers Zeiten war…

KÖNIG UND KÖNIGIN

Wie schon so oft verpasse ich den Koningsdag. Die «Eskalation in Orange», wie eine Zeitung titelt,  liegt meistens nicht in den Ferien. Also in den Schweizer Ferien, die Niederländer legen ihre schulfreie Zeit natürlich genau da hin.
Obwohl:
Ich lese, dass die Beliebtheit der Monarchie abgenommen habe. Um 15%. Für mich liegt dies an dem Fehler, Söhne in die Welt zu setzen. Ich glaube, die Niederlande sind einfach kein Land, das von einem Mann regiert werden sollte. Es waren ja immer Frauen: Wilhelmina, Juliana, Beatrix. Und jetzt halt Willem-Alexander. Aber der hat ja – in guter Nederlandse Traditie – wieder nur Töchter und die nächste Königin heisst dann Catharina-Amalia.
Hoffentlich bald.

RÜCKFAHRT

Ich hatte neulich geschrieben:

Genauso bin ich unglücklich, wenn die DB pünktlich ist. Das war sie bis jetzt auf meiner Osterreise. Ich kann nur hoffen, dass die Heimfahrt von Holland nicht glatt verläuft, sonst geriete mein Weltbid völlig ins Wanken.

Mein Weltbild steht! Die DB hatte wegen Lokschadens unseres Zuges und (!!) des Folgezuges 100 Minuten Verspätung.

 

Freitag, 21. April 2023

Mal wieder Holland (1)

Wie im letzten Post erwähnt: Ich war mal wieder in Holland (ja, wirklich Holland, Provinz Zuid-Holland, aber der Rest der Niederlande – so heisst es ja – ist nicht Holland, sondern Gelderland, Utrecht oder ähnliches… aber hatten wir das nicht schon einmal?)
Jedenfalls:
Nach drei Jahren Virus endlich wieder in meiner Lieblingsstadt, und was läge da näher, als Sie zwei Posts lang mit Impressionen zu beglücken – übrigens nicht nur aus Den Haag, sondern auch aus Amsterdam (auch Holland, aber Noord-Holland…)

VERMEER

Ja, das war natürlich ich mit dem Vermeer. Hätten Sie gedacht, ich berichte so fröhlich-heiter über einen Menschen, der einen Time-Slot ergattert, wenn ich das nicht selber bin? Wir waren also am 14. April um 19.15 im Rijksmuseum – ein Termin, den man nicht so schnell vergisst. Und um es kurz zu machen: Gewaltig. Geweldig. Grossartig. Jedes Bild eine Offenbarung. Noch nie waren so viele Bilder des Delfter Meisters an einem Fleck zu sehen. Die es nicht waren, konnten einfach nicht transportiert werden. Ja, das ist so. Denken Sie mal an sich selber: Mit 95 sind Sie vielleicht schon nicht mehr transportfähig. Und diese Meisterwerke sind ein wenig älter. Ein Mysterium blieb das «Meisje met de Parel», auf Deutsch komischerweise «Mädchen mit dem Perlenohrring» genannt, das war nämlich bis zum 1. April in Amsterdam, ging aber dann zurück ins Mauritshuis in Den Haag, was niemand wirklich erklären kann. Für mich übrigens kein Problem, als Den Haag-Fan habe ich das Meisje so oft besucht, dass es jedes Mal zwinkert, wenn ich komme.
Einziger Wermutstropfen: Die Fotografiererei. Warum in aller Welt stellt sich jemand vor einen Vermeer und knipst? Alle 36 Werke des Delfter Meisters sind im Internet tausende Male zu finden – und in besserer Qualität. Es wäre also vernünftiger das Bild zu betrachten, als das Handy davor zu halten.
Insgesamt aber ein Highlight dieses Jahres. Und meisterhaft organisiert, was ein paar deutsche Besucher ein wenig säuerlich machte. Wie ist es möglich, dass diese Niederländer inzwischen besser organisieren als die Menschen jenseits des Rheins? Organisation war doch immer eine deutsche Tugend? Gut, vielleicht plant es sich mit (ein wenig) Dope doch besser, gut, dann wird die BRD ja nun einen Riesensprung machen und Stuttgart 21 wird ganz schnell fertig…

SPRACHE

«What would you like to drink?» «We kunnen helemaal eten en drinken bestellen.» «Ok, what would you like to eat?» «U kunt graag Nederlands spreken.» «Sorry, but I don’t speak Dutch.»
Dieser Dialog hat sich in der Woche Holland sicher fünfmal ereignet. Zweimal müssten wir das ein wenig ändern, weil es Läden und keine Restaurants waren, aber das Prinzip bleibt gleich: Der Tourist spricht die Landessprache, der Mensch im Laden, Restaurant etc. eindeutig nicht. Das ist nicht nur verkehrte Welt, das ist perverse Welt.
Und es wird ein grosses Problem werden: Bislang war das Erlernen des Niederländischen der Schlüssel zur Integration. Eine Bekannte bekam beim Abholen der Immatrikulationsunterlagen für ihr Aufbaustudium barokviool (ein Studium, bei dem man nur alle zwei Wochen in den Niederlanden war und bei dem der einzige Lehrer, Sigiswald Kuijken, fliessend, akzentfrei Deutsch sprach) den klaren Hinweis (oder war es ein Befehl?): Now learn Dutch! Als ich vor Jahren das erste Mal in meine Lieblingsstadt kam, war ich optisch wie die Einheimischen, es gab aber viele Menschen, die aus allen möglichen Ländern kamen. Das drehte sich um, sobald wir den Mund aufmachten: Diese Menschen sprachen perfektes Niederländisch, ich nicht. Punkt. Wenn dieser Schatz jetzt aufgegeben wird, dann ist das eine Katastrophe. Gut, bislang betrifft das nur Amis und Engländer, aber warum müsste ein Afrikaner dann noch in einen Sprachkurs, wenn er schon Englisch kann?

TULPEN

Ich habe immer wieder geschrieben, dass es in Amsterdam keine Tulpen gibt. Und das war bis vor ein paar Jahren auch so. Das Lied «Tulpen aus Amsterdam» war Quatsch. An der Amstel wuchsen Büsche und Bodendecker, aber Tulpen eben nicht, die Tulpenfelder, die man auf den Fotos sah, kamen vom Keukenhof, jedem schrecklichen Touristenort, an dem japanische und chinesische Reisegruppen vom Keukenhof-Turm Selfies mit Tulpenmeer im Hintergrund schossen und dabei spitze Schreie ausstiessen.
Nun haben aber die Obersten von Amsterdam scheinbar meine Glossen gelesen und meine Klagen gehört: Überall in der Stadt haben sie Betonschalen aufgestellt und mit den herrlichsten Tulpen in Rot, Lila, Gelb und Orange bepflanzt. Wunderschön.
Eventuell ist aber auch die Tulpe ein Menetekel: Immerhin lösten Tulpenzwiebeln 1637 die erste europäische Finanzkrise aus…

So viel für heute vom Land hinter den Deichen. Am Dienstag gibt es noch eine Portion.
Bis dahin:
Dag!
Tot ziens!
En een fijn weekend!



















 

Dienstag, 18. April 2023

Das April-Phänomen

Die alten Herren am Nachbartisch sind am Schimpfen. Sie schimpfen – wie so viele und wie viele so oft – über das Wetter:
«Mal kalt und mal warm, man weiss gar nicht, was man anziehen soll!» «Das ist der April!» «Der Scheiss-April!» «Gestern bin ich ohne Schirm aus dem Haus, bei schönstem Sonnenschein, und dann regnet es nach 10 Minuten.» «Das ist der April.» «Blöder April.» «Bei dem Aprilwetter bleibt man am besten zu Hause.» «Mal Hitze, mal Schnee.» «Scheiss-April.»
So geht das eine halbe Stunde.

Das Merkwürdige ist, dass die Herren seltsam fröhlich und glücklich scheinen bei ihrem Gemotze. Sie lachen und haben lustige Gesichter. Ich überlege eine Weile, warum das so ist, dann komme ich darauf: Es ist ein Phänomen, das ich nach dieser Unterhaltung April-Phänomen taufen werde: Wir motzen und schimpfen, aber wir sind glücklich, dass alles normal ist. Das heisst: Die Herren sind zufrieden, weil der April sich als das zeigt, als was man ihn kennt:
«Mal kalt und mal warm, man weiss gar nicht, was man anziehen soll!» (Lachen) «Das ist der April!» (Grinsen) «Der Scheiss-April!» (Kichern) «Gestern bin ich ohne Schirm aus dem Haus, bei schönstem Sonnenschein, und dann regnet es nach 10 Minuten.» (Lachen) «Das ist der April.» (Schmunzeln) «Blöder April.» (Glucksen) «Bei dem Aprilwetter bleibt man am besten zu Hause.» (Lächeln) «Mal Hitze, mal Schnee.» (Heiterkeit) «Scheiss-April.»

In einer Zeitschrift habe ich über eine Umfrage gelesen, die Psychologen im Jahr 2022 gemacht haben. Probandgendergapinnen mussten vier Aussagen nach ihrer Akzeptanz sortieren:

a) Etwas Gutes, Erhofftes trifft ein.
b) Etwas Gutes, Erhofftes trifft nicht ein.
c) Etwas Schlimmes, Befürchtetes trifft ein.
d) Etwas Schlimmes, Befürchtetes trifft nicht ein.

Sie hätten sicher gedacht, dass die Reihenfolge d), a), b) und c) ist. Oder vielleicht d) und a) vertauscht. Das Ergebnis – das eindeutige Ergebnis war aber: a), c), d) und b).
Auf Deutsch: Man findet es besser, wenn etwas den Erwartungen (gut oder böse) entspricht wie nicht.

Warum ist das so? Wahrscheinlich, weil die Menschen Sorge haben, dass die Welt sich zu sehr verändert. Die Punkte a) und c) zeigen ganz klar, dass alles noch in Ordnung ist:
Zwei Hunde, eine zähnefletschende Dogge und ein Pudel. Der Pudel beisst uns nicht: Die Welt ist in Ordnung. Die Dogge beisst uns: Die Welt ist in Ordnung. Der Pudel beisst uns: Die Welt ist nicht in Ordnung. Die Dogge beisst uns nicht: Die Welt ist nicht in Ordnung.

Und hier noch die Fassung für literarisch gebildete Menschen:
Zwei Hunde, eine bissige Dogge und ein herziger Pudel. Aus dem Pudel kommt der Teufel: Die Festen der Welt stehen noch. Aus der Dogge kommt nicht der Teufel: Die Säulen der Erde stehen. Aus dem Pudel kommt nicht der Teufel: Die Festen der Welt wanken. Aus der Dogge kommt der Teufel: Die Säulen der Erde sind am Wackeln.

Ich muss zugeben, dass es mir nicht anders geht. Wie oft habe ich in den letzten Tagen über das Abwechseln von Sonne und Regen gemeckert, innerlich aber froh, denn die Reime meiner Kinderzeit spuken im Kopf herum:

Der April, der April
Der macht, was er will

Der April ist gar nicht gut
Regnet den Leuten auf den Hut

Und mit dem Wetter, bei dem Sonne und Regen sich im Minutentakt abwechselten, war ich deshalb zufrieden.

Genauso bin ich unglücklich, wenn die DB pünktlich ist. Das war sie bis jetzt auf meiner Osterreise. Ich kann nur hoffen, dass die Heimfahrt von Holland nicht glatt verläuft, sonst geriete mein Weltbid völlig ins Wanken.
Ins Wanken geriet mein Weltbild schon bei den Ferienwohnungen: In Stuttgart (Ring des Nibelungen!) war das Appartement total verdreckt – trotz schwäbischer Vermieterin. In Den Haag strahlte alles vor Sauberkeit. Die Feste der Erde wankten.

Die alten Herren am Nachbartisch sind am Schimpfen. Sie schimpfen – wie so viele und wie viele so oft – über das Wetter:
«Mal kalt und mal warm, man weiss gar nicht, was man anziehen soll!» «Das ist der April!» «Der Scheiss-April!» «Gestern bin ich ohne Schirm aus dem Haus, bei schönstem Sonnenschein, und dann regnet es nach 10 Minuten.» «Das ist der April.» «Blöder April.» «Bei dem Aprilwetter bleibt man am besten zu Hause.» «Mal Hitze, mal Schnee.» «Scheiss-April.»
So geht das eine halbe Stunde.

Das macht ja nun oft Sinn, den Anfang noch einmal zu zitieren. Heute nicht. Heute ist es unnötig. Heute nervt es total.
Aber mal ganz ehrlich: Wenn ich es nicht gemacht hätte, wäre ja wieder alles im Argen gewesen. Also nerve ich – und die Welt ist in Ordnung.



 

Freitag, 31. März 2023

Unsinn Sommerzeit - Blogpause


Ich habe am 5. April 2016 einen Post zum Thema «Sommerzeit» veröffentlicht. Und mich in diesem über diesen Schwachsinn aufgeregt.
Ich schrieb damals:

Nehmen Sie z.B. einen Menschen, der jeden Tag um 6.03 den Zug via Moutier nach Solothurn nimmt. Ich stehe um 4.45 auf, gehe um 5.38 auf das Tram 2 und besteige um 6.03 den IC nach Laufen-Delemont-Moutier-Grenchen-Biel. In Moutier steige ich um 7.54 in den Bummler, der durch den Weissenstein fährt und bin um 7.20 in Solothurn West.
War es VOR dem unsäglichen 27.3. beim Loslaufen daheim schon noch dunkel, wurde es in Laufen schon heller, in Moutier war es sehr hell und während der Fahrt durch den Berner Jura kam die Sonne hervor, um in Brudersphären Wettgesang zu tönen. Jetzt ist wieder alles dahin: Loslaufen, Tramfahrt, Birstalfahrt, Jurafahrt, alles im Dunkeln, Kuhnacht. Es ist so, wie wenn man einem die Verlockungen der hellen Jahreszeit gezeigt hätte und ihm dann auf die Finger haut und es ihm wieder wegnimmt.

Was ich – so glaube ich – damals nicht ahnte: Dass sieben Jahre später der Unsinn immer noch besteht.

Also:
Eigentlich besteht der Unsinn seit 1980, also über 40 Jahre, und seit 20 Jahren weiss man, dass das Ganze seinen angeblichen Zweck (die Energieeinsparung) verfehlt. Seit 10 Jahren weiss man, dass man irgendwann aussteigen will. In 5 Jahren. Oder in 10 Jahren. Oder in 20 Jahren. Gottes und die Mühlen in Brüssel mahlen langsam – und so kann man vielleicht 2180 zum Hundertsten der Sommerzeit ihre Abschaffung schaffen…

In der Schweiz hat man eh ein sehr gespaltenes Verhältnis zur MESZ. Zunächst war das Volk dagegen und 1980 hatte die Schweiz als «unbeugsames quasi gallisches Dorf» die alte Zeit. Ein Chaos war die Folge:

Als die Nachbarländer am 6. April 1980 die Zeiger um eine Stunde vorrückten, triumphierten die Schweizer Bauern: ihre Kühe mussten sich nicht an veränderte Melkzeiten gewöhnen. Dafür bekamen die Schweizer Fernsehzuschauer nun Probleme. Sie mussten sich entscheiden, ob sie die Schweizer Tagesschau oder den Krimi auf der ARD sehen wollten – denn beides lief zeitgleich. Im TV-Programm kam es zu Kollisionen, damit diese auf der Schiene ausblieben, standen die Züge an Grenzbahnhöfen oft eine Stunde still und die SBB erarbeitete einen Notfahrplan. Besonders ärgerlich war die Sache für die Grenzgänger, die nun täglich die Zeitzonen wechselten. Es sei denn, sie waren bei einer jener Firmen, die nach europäischer Zeit arbeiteten, weil sonst die ausländischen Partner um «11 Uhr» schon in der Mittagspause waren. Gegen Ende des Sommers sahen die meisten ein, dass es so nicht weitergehen konnte – bovine Biorhythmen hin oder her.

(Historiker Benedikt Meyer im Blog des Nationalmuseums)

Also folgte im nächsten Jahr die Schweiz mit einem Bundesratsbeschluss den anderen Ländern. Ein «Unbeugsamer» versuchte noch das Referendum zu ergreifen, bekam aber die nötigen Unterschriften nicht zusammen. Wer das war? Sie ahnen es: Es war Christoph Blocher. Was das übrigens zeigt, ist: Den Eidgenossen ist der «Tatort» wichtiger als ihre Kühe…

Nun aber ist alle Welt der MESZ müde und viele hoffen jedes Jahr, dass es das letzte sein möge.
Warum aber braucht es so lange?

Die Erklärung führt uns unter anderem in die wilde und wonnige Welt der Paradoxa.
Sie erinnern sich vielleicht an den herrlichen Spruch vom Epidemides aus Kreta, der sagt, alle Kreter seien Lügner (…da er selber Kreter ist, lügt er, das stimmt also nicht, die Kreter sagen die Wahrheit, also stimmt es auch, dass Kreter lügen… wir drehen uns im Kreis)
Sie haben eventuell auch die Bilder des Holländischen Grafikers Escher vor Augen. (Bitte Es-ch-er aussprechen, bitte!) Er wurde ja berühmt durch Treppen, die immer aufwärts und doch im Kreis gehen.

Und diese MESZ-Geschichte ist nun auch paradox:
Die Menschen sind gegen Umstellung.
Und weil die Menschen gegen Umstellungen sind, möchten sie jetzt den Zustand beenden, in dem jedes Jahr die Uhrzeit umgestellt wird. Allerdings: Diesen Zustand gibt es jetzt ja auch schon ewig, ja, und eine Änderung dieses Zustands wäre ja nun auch eine Umstellung. Anders formuliert: Weil man gegen das Umstellen ist, kann man das Umstellen nicht ändern, denn die Umstellung von «wir stellen um» zu «wir stellen nicht um» ist nun halt auch eine Umstellung…

So wird der Unsinn auch nächstes Jahr die Leute (also mich) aufregen.

Die nächsten Wochen machen wir eine Blogpause – am 18. April geht es weiter.

























 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Dienstag, 28. März 2023

Aufpassen!

IdidZl
Aufgepasst! Aufgepasst! Passen Sie auf? Ja? Passen Sie jetzt gerade auf? Aufgepasst!

Ich erinnere mich dunkel an eine wunderbare Stelle in einem Kinderbuch, in dem ein Mädchen namens Trixie zum ersten Male allein zur Oma fährt:
«Gute Reise», sagte der Vater, «und pass auf!» Das war unnötig, denn Trixie passte immer auf. Allerdings nicht immer so, wie der Vater das meinte. Neulich hatte sie eine wunderschöne rote Blume gefunden, einmal ein Zwei-D-Mark-Stück und einmal eine herrenlose Katze.

Aufgepasst!
Passen Sie auf? Passen Sie auf! Zahlen Sie Aufmerksamkeit (wie der Brite sagen würde…)

Wenn wir von «aufpassen» reden, beinhaltet das ja stets mehr, als nur Sachverhalte sinnlich und geistig wahrzunehmen. Stellen Sie sich vor, dass Sie bei mir zum Frühstück eingeladen sind. Und stellen Sie sich weiter vor, dass, als gerade die Eier im Topf sind, das Telefon klingelt. Also sage ich zu Ihnen: «Können Sie gerade mal auf die Eier aufpassen?»
Was tun Sie jetzt?
Vielleicht haben Sie sich, wenn ich wiederkomme, den genauen Zeitpunkt des Siedens gemerkt und verkünden stolz: «Die Eier kochen seit 9 Uhr 45 und 30 Sekunden.»
Das war aber nicht das, was ich mit «aufpassen» meinte. Denn inzwischen ist es 10 Uhr und die Hühnerprodukte steinhart. Ich hatte natürlich gemeint, dass Sie – auch wenn das nicht explizit gesagt wurde – die Zeit stoppen und die Eier nach 3 ½ Minuten herausnehmen.

Aufgepasst! Zahlen Sie Aufmerksamkeit!
Haben Sie den Überblick?

Überblick und Aufsicht sind ja auch so zwei Dinge. Eigentlich sogar fast Synonyme. Wenn ich «auf» etwas sehe, dann «überblicke» ich es auch.
In den meisten Schulen war früher der Schreibtisch des Rektors so gestellt, dass er auf den Pausenhof sah und damit den Überblick hatte. Und oft notierten die Rektoren (ja, damals war das meist die männliche Form) das, was sie dort sahen:
8. 13 Ein Drittklässler kommt zu spät
8. 30 Zwei Viertklässler rauchen heimlich in der Ecke
8. 32 Eine Zweitklässlerin wirft Papier auf den Boden
8. 50 Dr. Hempel kommt (schon wieder!) zu spät
Was taten sie aber dann mit den Infos? Hoffentlich taten sie alles, um die Missstände zu beheben. Wenn nicht, wären sie jämmerlich schlechte Schulleiter gewesen…

Aufgepasst!
Passen Sie auf? Passen Sie auf!
Zahlen Sie Aufmerksamkeit? Zahlen Sie Aufmerksamkeit!
Haben Sie den Überblick? Sie haben die Aufsicht!

So lustig uns Trixie vorkommt, die eine Katze sieht, aber vielleicht den falschen Zug nimmt, so abstrus es uns anmutet, wenn man den Siedezeitpunkt weiss, aber die Eier nicht aus dem Wasser nimmt, so blöde wir einen Rektor finden, der alles sieht, aber nix tut, so schrecklich muss uns doch nun die Rolle diverser Aufsichtsgremien vorkommen.
Wir erinnern uns:
Vorige Woche wurde die zweitgrösste Schweizer Bank, die CS, in einer Nacht-und-Nebel-Aktion gerettet, um nicht eine nationale (und globale) Bankenkrise auszulösen.
Hatte da niemand die Aufsicht? Niemand den Überblick? Passte niemand auf?

Eine Bank ist eigentlich in doppelter Hinsicht abgesichert: Einerseits gibt es ein Aufsichts-Gremium (das die Deutschen Aufsichtsrat, die Schweizer aber Verwaltungsrat nennen). Die Mitglieder sind alles Fachleute, hochkompetent und exorbitant (ja, ja, ja, ja, jetzt muss das Wort wieder her…) bezahlt und sollten wachen. Über diesen und über allen Banken gibt es dann noch eine staatliche Bankenaufsicht, auch sie zusammengesetzt aus Fachleuten, hochkompetent und höchstbezahlt. Alle diese Leute übten ihr Amt nun nach der Eierkoch-Methode aus:

Die CS steht vor Gericht.
Die Überblicks-Gremien notieren:
«Die CS steht vor Gericht.»
Die CS macht Verlust.
Die Überblicks-Gremien notieren:
«Die CS macht Verlust.»

Alle Probleme, die nun zu einer Hauruck-Aktion und dem exorbitanten (es geht nicht ohne…) Einsatz von Steuergeldern führten, waren bekannt. Und wurden bemerkt.
Und niemand tat etwas…

«Gute Reise», sagte der Vater, «und pass auf!» Das war unnötig, denn Trixie passte immer auf. Allerdings nicht immer so, wie der Vater das meinte. Neulich hatte sie eine wunderschöne rote Blume gefunden, einmal ein Zwei-D-Mark-Stück und einmal eine herrenlose Katze.
Man kann nur hoffen, dass Trixie heute freischaffende Malerin oder Musikerin ist und nicht etwa als Ökonomin oder Juristin in einem Verwaltungs- oder Aufsichtsrat.







     

Freitag, 24. März 2023

"Exorbitant"

Heute müssen wir ein wenig Sprachwissenschaft betreiben, genauer gesagt, ein bisschen Etymologie.

Das Lateinische kennt das Wort «orbis».
Dieses schöne Wort bedeutet so viel wie Kreis, Rundung, aber auch Umkreis und Kreislauf, sowie Erdkreis und Weltkreis. Sie kennen vielleicht den Segen, den der Papst, der Pontifex an Ostern über die Brüstung schmettert: «Urbi et Orbi» – der Stadt und dem Erdenrund wird hier der Segen zugesprochen. Die Frage, die sich zurzeit stellt, ist, ob der Papst, der Pontifex in Zukunft «Urbi et Orbi sine Germania» (also: Stadt und Erde ohne Deutschland) rufen muss, aber das führt uns ganz, ganz, ganz, ganz weit vom Thema weg und muss an anderer Stelle erörtert werden.

Von «orbis» leitet sich nun «orbita» ab, die Bahn, das Gleis, das Wagengleis und von diesem schönen Nomen das Adjektiv «exorbitant». Das Internet meint hierzu:

Worttrennung: ex·or·bi·tant, Komparativ: ex·or·bi·tan·ter, Superlativ: ex·or·bi·tan·tes·ten Aussprache : [ɛksʔɔʁbiˈtant]
Bedeutungen: gewaltig, außerhalb der Maßstäbe, außergewöhnlich, enorm
Herkunft: aus dem Französischen im 18. Jahrhundert entlehnt; von «exorbitans», Partizip Präsens des Verbs «exorbitare» von der Bahn, vom rechten Weg abweichen“
Synonyme: aussergewöhnlich, horrend, gewaltig, übertrieben

Das wäre alles nun nicht spannend, wenn dieses Wort nicht gefallen wäre, und zwar an prominentester Stelle:

Der Bugesumi Karlchen Lauterbach (ja, ja, ja, mal wieder der, aber ich habe schon lange nix mehr über ihn gebracht) will diejenigen unterstützen, die von Long-Covid und Corona-Impfschäden betroffen sind. Für ein solches Programm sei er «quasi in den Haushaltsverhandlungen», hatte der Minister an einem Sonntag im ZDF angekündigt. Für Corona-Impfschäden hafte vereinbarungsgemäß der Staat, sagte Lauterbach, es wäre aber «wertvoll», wenn sich auch die Arzneimittel-Hersteller beteiligten. «Denn die Gewinne sind ja exorbitant gewesen. Und somit wäre das tatsächlich mehr als eine gute Geste, sondern das könnte man erwarten.»

Das ist nun wirklich sensationell. Erstaunlich, dass das eher irgendwie unterging. Das Sensationelle ist nicht, das Wie oder das Wo oder das Warum, sondern das Das. Meint, dass es nicht sensationell ist, wo und warum Lauterbach das sagt, sondern dass er überhaupt dieses Wort in den Mund nimmt.
Denn:
Die «exorbitanten» Gewinne von Firmen gehören zu den Sachen, die völlig klar sind, über man aber nicht spricht.

Haben Sie – um ein Beispiel zu nennen – erlebt, dass der Pontifex vor dem «Urbi et Orbi» über seinen Stuhlgang spricht, dass er z.B. sagt: «Heute morgen konnte ich richtig gut aufs Klo.» Oder: «Ich bin seit Tagen verstopft.» Natürlich wissen wir, dass auch das Oberhaupt der Katholischen Kirche eine Verdauung und einen Darm hat, aber er redet natürlich nicht darüber.
Haben Sie erlebt, dass ein Machthaber im Staate XY nach der Wahl offen zugibt, dass er gefälscht und gefakt hat? Natürlich weiss jede und jeder, dass die 95% für ihn und die 5% für die Gegenkandidatin nicht ganz sein können, aber es ist fast nicht möglich, dass er so darüber redet.
Haben Sie heute schon den Satz «die Sonne ist heute Morgen aufgegangen» gehört?
Haben Sie heute schon den Satz «ich muss ständig atmen, sonst sterbe ich» gehört?
Haben Sie heute schon den Satz «wenn ich jetzt das Buch loslasse, fällt es zu Boden» gehört?
Haben Sie heute schon den Satz «meine Fenster sind durchsichtig» gehört?
Haben Sie heute schon den Satz «mein Hund bellt manchmal» gehört?

Selbstverständliche Dinge werden nicht genannt – normalerweise. Und so ist es erstaunlich, dass Karlchen das so deutlich sagt.

Betreiben wir nun noch einmal Sprachwissenschaft:
Wenn wir «exorbitant» von seiner Grundbedeutung her deuten, dann heisst es nicht nur riesig und gross und massig, sondern könnte auch bedeuten, dass hier etwas aus dem Gleis gelaufen ist, das hier – um es besser zu sagen – Dinge aus dem Ruder laufen…

Während ich hier so fröhlich über Karlchen philosophiere, fällt mir natürlich noch eine andere Verwendung für das Wort ein:
Die CS.
Auch hier könnte man ja fröhlich formulieren:

Die Verluste der Credit Suisse waren exorbitant (aus dem Ruder gelaufen), denn sie war exorbitante (aus dem Ruder gelaufene) Risiken eingegangen und hatte in exorbitanten (aus dem Ruder gelaufenen) Gefahren gewirtschaftet. Dafür erhielten die Manager Gehälter, die exorbitant (aus dem Ruder gelaufen) und Boni, die exorbitant (aus dem Ruder gelaufen) waren. Die UBS kauft nun zu einem exorbitant schlechten (aus dem Ruder gelaufenen) Preis und der Staat schiesst exorbitant viel zu.

Auch hier passt das sehr schön.

So, so viel Sprachwissenschaft für heute.
Wie fanden Sie dieses Mal die Glosse?
Aber sagen Sie bitte nicht…