Dienstag, 13. Juli 2021
Die Ersatzbusfahrer
Schilda, die Stadt der Schildbürger, jene Stadt, die durch so viele Lesebücher und Kinderschmöker geisterte, Schilda, eben dieses Schilda hat sich in den letzten 100 Jahren zu einer veritablen Grossstadt gemausert. Schilda hat inzwischen über 300000 Einwohner, ist Sitz mehrerer grosser Firmen, ist digitalisiert, autobahnangeschlossen und enorm be-ÖVt. Seit 1990 besitzt Schilda ein Tramnetz mit 6 Linien, die insgesamt eine Streckenlänge von satten 12 km zustande bringen.
Nun bleibt aber Schilda eben doch Schilda, und deshalb will ich von einer Strassenbahn-Story erzählen.
2015 stellte man fest, dass bestimmte Punkte des Tramnetzes Schwachpunkte aufwiesen. Der Grund war klar: Die ältesten Gleise waren 25 Jahre alt, und nach 25 Jahren sind halt Metall und Stein ein wenig ermüdet. So musste man als erstes die Gleise der Linien 2 und 3 am Victoriaplatz erneuern, für das ¾ Jahr wurden 10 Busse gekauft und 10 Schienenersatzverkehrsbusfahrer (welche Worte macht die deutsche Sprache möglich!) eingestellt. Die Sache lief, die Schienenersatzverkehrsbusfahrer taten ihren Dienst und die Gleise waren nach einer Weile erneuert. Natürlich hatte man ihnen nur einen Zeitvertrag angeboten.
Dann kam die Renovierung der Endschlaufe der Linie 7 in Schilda-Seldwyla. Auch hier musste man ein halbes Jahr Schienenersatzverkehrsbusse einsetzen und man brauchte wieder Schienenersatzverkehrsbusfahrer. Und diese Schienenersatzverkehrsbusfahrer, die 2015 gearbeitet hatten, wurden auch im Jahr 2016 wieder eingestellt. Und die Schienenersatzverkehrsbusfahrer taten einen geschätzten und gelobten Dienst, so wie im Jahre zuvor. Natürlich wieder nur per Zeitvertrag.
2017 stellte man dann fest, dass die Kreuzung der Linien 1 und 4 im Eugenspiegel-Quartier erneuert werden musste. Und da im Eugenspiegel-Quartier wichtige Leute wohnen, konnte man das auch nicht aufschieben. Also: Wieder auf die Schienenersatzverkehrsbusfahrer zurückgreifen, die Schienenersatzverkehrsbusfahrer wurden wieder eingestellt und…
Aber halt!
Es gab Probleme.
Denn die Schienenersatzverkehrsbusfahrer bockten, sie maulten, sie motzten, sie streikten, sie hatten keine Lust auf einen dritten Zeitvertrag. Die Schienenersatzverkehrsbusfahrer klagten und – bekamen Recht. Die Schilda-Strassenbahnen-Sozietät (SSS) wurde verdonnert, die Schienenersatzverkehrsbusfahrer auf Dauer anzustellen.
Was auch geschah.
2018 brachte keine Probleme, denn es mussten Gleise der Linie 3 saniert werden.
2019 brachte keine Probleme, denn es musste der gesamte Bahnhofsbereich erneuert werden.
2020?
Seit letztem Jahr hat Schilda ein massives Problem. Alle Gleise sind erneuert, ausser die der Linien 8, 9, 10 und 11, aber die sind erst 2011 entstanden, aber man hat 10 Schienenersatzverkehrsbusfahrer fest angestellt, mit Krankenversicherung, Arbeitslosenversicherung und Rente. Also hat die SSS bei Stadt und Unternehmen nachgefragt:
Muss man nicht am Markplatz das Kopfsteinpflaster erneuern?
Will nicht die Post am Georgplatz neue Kabel verlegen?
Gibt es kein Bauprojekt in Schilda-Süd?
Alles mit einem Ziel: Wir müssen die Schienenersatzverkehrsbusfahrer beschäftigen.
So.
Und nun müssen wir nur die Rückschlüsse auf andere Städte ziehen.
Denn:
Schilda ist überall.
Sie fragen sich, warum in Basel seit zehn Jahren kein Sommer vergeht, ohne dass irgendwelche Strecken gesperrt werden, ohne dass umgeleitet wird und Schienenersatzverkehrsbusfahrer zum Zuge kommen?
Sie fragen sich, warum in Mannheim seit 8 Jahren der Markplatz gesperrt ist, kein normaler Tramverkehr möglich ist und Schienenersatzverkehrsbusfahrer den Dienst übernehmen?
Sie fragen sich, warum in Koblenz niemals ein anständiger Strassenbahnverkehr stattfindet?
Die Antwort ist klar:
Alle Städte haben Schienenersatzverkehrsbusfahrer eingestellt und diese Schienenersatzverkehrsbusfahrer muss man jetzt beschäftigen. Und weil man Schienenersatzverkehrsbusfahrer beschäftigen muss, erfinden alle Städte Bauprojekte, die dann Tramlinien bewusst blockieren.
Schilda ist überall.
Freitag, 9. Juli 2021
Seifenblasen
Ich will meine Reaktionen – innerliche und äusserliche – nun in mehreren Phasen darstellen.
Phase 1:
Ich ärgere mich. Ich ärgere mich, denn da sitzt man an einem ruhigen Dienstagabend auf dem Balkon, man isst einen Insalata Caprese, trinkt ein Glas Weisswein, hat den Frieden, und dann kommen diese Ungetüme von unten hochgeschossen. Totale Störung. Ich gucke runter, und da hockt Magda, eine erwachsene Frau, mit vier ebenfalls erwachsenen Bekannten und bläst Seifenblasen. Mein erster Impuls: Runterbrüllen, runterbrüllen, so etwas wie «Aufhören!», «Stopp!» oder «Schluss jetzt!». Mein zweiter Impuls: Ich hole die Polizei. Aber was geht hier eigentlich vor? Ruhestörung? Die Seifenblasen sind relativ leise. Nein, sie sind sogar absolut stumm. Sachbeschädigung? Die Dinger machen nichts kaputt und machen auch keinen Dreck. Wenn sie fertig sind, dann zerplatzen sie einfach wie…, ja wie… Seifenblasen. Daher sagt man das auch so. Erregung öffentlichen Ärgernisses? Eher nein. Grober Unfug? Eher nein.
Meine Nachbarin, oder eigentlich die Frau, die unter uns wohnt, liess letzte Woche zusammen mit einigen Freunden Seifenblasen steigen.
Phase 2:
Ich gucke mir die Dinger etwas genauer an. Wenn ich ehrlich bin, sind die Seifenblasen eigentlich ganz hübsch, sie schillern in allen Farben, sind mal gross, mal klein, sie steigen nach rechts und nach links, mal schneller und mal langsamer, je nach Wind und schimmern in Rot, Blau und Lila. Und: Sie erinnern mich an meine Kindheit. Meine Güte, was war das für eine Wonne, wenn der Götti oder die Gotte so eine Packung mitbrachte. Eine halbe Stunde Vergnügen und Fantasie. Insofern – mein Zorn auf meine Nachbarin schwindet.
Meine Nachbarin, oder eigentlich die Frau, die unter uns wohnt, liess letzte Woche zusammen mit einigen Freunden Seifenblasen steigen.
Phase 3:
Ich hole meinen Fotoapparat und mache Bilder. Und zwar nicht diese normalen, in allen Regenbogenfarben schillernden, die man von Bildersammlungen kennt, sondern eher nüchterne, surrealistische, denn der Himmel ist fast schon dunkel, dämmernd, abendhaft. Und in diesem dunklen, dämmernden, abendhaften Himmel gelingen mir ein paar Aufnahmen, die fast an René Margritte erinnern. Ich experimentiere dann noch ein bisschen mit Ausschnitten herum, und am eindrücklichsten ist es, wenn eine blasse Kugel vor einem Wolkenhimmel schwebt, ohne Dächer und Bäume.
Meine Nachbarin, oder eigentlich die Frau, die unter uns wohnt, liess letzte Woche zusammen mit einigen Freunden Seifenblasen steigen.
Phase 4:
Am Sonntagmorgen drucke ich das schönste Bild aus, es sieht wirklich aus wie eine Malerei des belgischen (jawoll, jawoll, belgischen, nicht französischen!) Surrealisten, und ich packe das Bild mit einem Zettel und etwas Schoggi in den Briefkasten meiner Nachbarin. (oder eigentlich – wie Sascha Lobo schreibt – meine Ubarin…). Auf dem Zettel steht: vielen dank für die aktion am dienstag.
Meine Nachbarin, oder eigentlich die Frau, die unter uns wohnt, liess letzte Woche zusammen mit einigen Freunden Seifenblasen steigen. Und diese Seifenblasen haben nun zu einer netten, schönen und guten nachbarschaftlichen (ja, Sascha, ubarschaftlichen…) Aktion geführt.
Die Frage ist nun: Warum bleiben wir so häufig in Phase 1 stecken? Warum rufen wir sofort die Polizei, wenn wir erst einmal nachdenken könnten? Warum schauen wir nicht erst einmal hin?
Zu den grössten Ärgernissen zwischen Obarn und Ubarn (das sind nach Sascha Lobo eben die Leute, die oberhalb oder unterhalb einem wohnen) gehört das Giessen der Balkonpflanzen. Umgekehrt zu den Seifenblasen kommt hier die Sache, die Ärger hervorrufen könnte, von oben. Ständig gibt es hier Zoff, weil das überlaufende Wasser nach unten tropft und rieselt. Aber mal ganz im Ernst: Was ist so schrecklich an den paar Tropfen, die von oben kommen? Die Momente, an denen meine ehemalige Obarin ihre Pflanzen goss und die Tropfen wie magisch in meine Wasserlilien perlten und die Tröpflein in der Morgensonne glitzerten gehören zu meinen schönsten Erinnerungen.
Das Gleiche mit Hunden. Manchmal möchte man um Hilfe schreien, wenn ein Setter oder Retriever auf einen zuläuft, aber wenn man die Phase 1 erst einmal vorbeigehen lässt und sich ein wenig mit dem Tier beschäftigt, dann kann es sein, dass man den Setter oder Retriever richtig ins Herz schliesst.
Warum stecken wir in Phase 1 oder Phase 2 oder Phase 3 fest und lassen uns nicht bis Phase 4 treiben?
Meine Nachbarin, oder eigentlich die Frau, die unter uns wohnt, liess letzte Woche zusammen mit einigen Freunden Seifenblasen steigen. Und ich bin froh, dass sie es gemacht hat.
Dienstag, 6. Juli 2021
Wäre man als XY glücklicher?
Peter hat sich mit 19 Jahren für Rechtswissenschaften eingeschrieben. Das war ein Fehler, sagt er jetzt, er wäre mit Germanistik und Philosophie besser gefahren. Er wählte sich als Studienort für Jura Freiburg im Breisgau. Das war ein Fehler, sagt er jetzt, er hätte lieber seine Zelte in Göttingen aufgeschlagen. Nach seinem Studium fing in einem grossen Wirtschaftsunternehmen in Hannover an. Das war ein Fehler, sagt er jetzt, er wäre mit einer Laufbahn am Gericht glücklicher geworden. Bei der Zuhnbahn AG, jenem grossen Unternehmen, lernte er dann auch Julia kennen, seine heutige Ehefrau. Das war ein Fehler, sagt er jetzt, natürlich nicht sie kennen zu lernen, sondern sie zu heiraten. Und Fehler waren auch Marco (9), Tim (7) und Luis (5).
Und Julia? Julia hat in Göttingen Germanistik, Philosophie und Soziologie studiert. Das war ein Fehler, sagt sie jetzt, sie hätte viel lieber das Angebot ihres Onkels annehmen sollen. Er hatte ihr vorgeschlagen, für vier Jahre zu ihm nach Maryland zu ziehen und in seinem Atelier das Malen zu lernen. Nach dem Studium fand sie eine Stelle bei der Zuhnbahn AG, im Human Ressources. Das war ein Fehler, sagt sie nun, sie hat das Geld gelockt, ihre Fächer haben ja so etwas Brotloses, da kann das schon toll klingen, richtiges Geld zu verdienen, aber sie hätte dennoch weitermachen sollen in den Geisteswissenschaften und eventuell in Richtung Museum oder Theater gehen. Und dann Peter. Ein grosser Fehler, ein grosser, ein sehr grosser, es hätte ja auch noch einen Robert und einen John und einen Hans gegeben, Peter war ein Fehler, nicht als Affäre aber als Mann, ob sie jetzt auch Marco (9), Tim (7) und Luis (5) als Fehler sieht, dazu will Julia sich nicht äussern.
Marco (9), Tim (7) und Luis (5) haben sich über Entscheidungen in der Vergangenheit bisher noch keine Gedanken gemacht, keine über «hätte» und «wäre». Denn bislang haben die Eltern die Entscheidungen für Marco (9), Tim (7) und Luis (5) getroffen. Und die Vergangenheit von Marco (9), Tim (7) und Luis (5) ist auch noch nicht so lang. Die erste schwere Entscheidung muss Marco bald treffen: Geht er ans Heinrich-Heine-Gymnasium (altsprachlich) oder ans Geschwister-Scholl-Gymnasium (neusprachlich) oder ans Max-Planck-Gymnasium (mathematisch-naturwissenschaftlich)? Hier könnte er schon mal eine Fehlentscheidung treffen.
Für oben genannten Onkel allerdings sieht die Bilanz genauso mau aus:
Amerika war ein Fehler. (Europa wäre besser gewesen.)
Maryland war ein Fehler. (Chicago wäre besser gewesen.)
Die Malerei war ein Fehler. (Musik wäre besser gewesen.)
Das Atelier war ein Fehler. (Kein Atelier wäre billiger und wäre besser gewesen.)
Theresa war ein Fehler. (John oder Jim oder Bob wären besser gewesen.)
Ann (21) und Daisy (23) waren Fehler.
Hätte.
Ein blödes Wort.
Hätte nicht sollen.
Blöde Worte.
Könnte – würde – käme
Blöde Worte.
Wieso meinen wir alle, wir wären glücklicher, wenn wir uns an einem Punkt im Leben anders entschieden hätten? Wieso denkt Peter er wäre als??? in ??? und ohne Julia glücklicher, wieso denkt Julia sie wäre als Künstlerin an der Ostküste und ohne Peter glücklicher und wieso wird
Marco (9) einmal denken, am anderen Gym wäre er glücklicher gewesen und wieso denkt der Onkel er wäre als Gitarrist in Chicago und mit einem schwulen Leben glücklich?
Wieso?
Also ganz ehrlich: Ich denke das nicht. Ich habe alles im Leben richtig gemacht. Na ja, fast alles. Man könnte es aber auch wie mein verehrter Dirigierlehrer sagen:
Ich habe eigentlich
Alles im Leben falsch gemacht,
aber ich habe Leute, die das mitmachen.
(Manfred Schreier)
Wenn ich mir den Rolf vorstelle, wie er geworden wäre, dann habe ich Zweifel, ob er glücklicher wäre als ich jetzt – so könnte ich über ihn reden:
Ich treffe heute Rolf Müller aus Titisee-Neustadt, ich treffe ihn zufällig in einem ICE Richtung Zürich, und beim sich zufällig ergebenden Reden stellt sich zufällig heraus, dass Rolf Ich ist, oder nein, Rolf ist maxfrischmässig das, was ich geworden wäre, hätte ich vor dreissig Jahren die Weichen anders gestellt.
Rolf hat 1991 das Examen in Schulmusik und 1992 das Examen in Latein gemacht und 1993 bis 1995 das Referendariat in Villingen absolviert. Danach war er 20 Jahre Lehrer in Tuttlingen und später dann in Titisee-Neustadt. Zurzeit ist er Oberstudiendirektor, hat ein Haus mit Kiesauffahrt, drei Söhne, zwei Hunde, einen grossen Garten und eine liebe Ehefrau. (man beachte, scheisse (sit venia verbo) nochmal die Reihenfolge, die ist von ihm…), neben seinen Aufgaben am Gymnasium spielt er die alle drei Wochen die Orgel in St. Bilbus, und er leitet einen Männerchor und einen Musikverein.
Dieser Rolf wäre sicher nicht glücklicher.
P. S. mit «maxfrischmässig» beziehe ich mich natürlich auf "Biographie – ein Spiel" und wenn Peter, Julia und der Onkel es machen würden wie die Hauptfigur, dann würden sie sich an der entscheidenden Weiche gar nicht anders entscheiden…
Sonntag, 4. Juli 2021
Kleinvieh macht zu wenig Mist
Kleinvieh macht auch Mist. So sagt man doch: Kleinvieh macht auch Mist. Ich aber sage ihnen: Kleinvieh macht auch Mist, aber zu wenig. Anders formuliert, bräuchte man zu viel Kleinvieh, um genügend Mist zu haben.
Warum ernähren wir uns nicht rein rohköstlerisch? Weil eine rein rohköstlerische Ernährung voraussetzt, dass man immer wieder essen kann, also möglich im Homeoffice, für Schriftsteller oder ähnliche Künstler. Denn: Äpfel, Birnen und Rüben bringen auch Kalorien, aber halt wenige, so muss man immer wieder nachladen, wenn man das nicht kann, wird es schwierig, Unterzuckerung. Stellen Sie sich vor, Sie bekämen als Chirurg im OP plötzlich so einen Zuckerabfall, das kann tödlich enden – nicht für Sie, aber für den Patienten.
Gell, so sagt man doch: Kleinvieh macht auch Mist. Ich aber spreche: Kleinvieh macht auch Mist, aber viel zu wenig. Anders formuliert: Man bräuchte viel Kleinvieh, um genügend Mist zu haben.
Oder nehmen wir zwei einfache Rechenaufgaben:
a) Zählen Sie drei Zahlen zwischen 1 und 100 zusammen, so, dass Sie ein möglichst hohes Ergebnis erhalten.
b) Zählen Sie drei Zahlen zwischen 1 und 100 zusammen, so, dass Sie möglichst niedriges Ergebnis erhalten.
Welche Zahlen wählen Sie? Blöde Frage, gell? Im Fall a) 98, 99 und 100 = 297, im Fall b) 1, 2 und 3.
Wissen Sie, wie viele Zahlen man bräuchte, wenn man sie von unten nähme und die 297 übertreffen wollte? Die Ziffern von 1 bis 24.
Kleinvieh macht auch Mist. Ich aber sage und verkünde: Kleinvieh macht auch Mist, aber zu wenig. Anders formuliert bräuchte man zu viel Kleinvieh, um genügend Mist zu haben.
So, und jetzt kommen wir zum Thema der letzten Woche. Wie kommt der Staat zu Geld, wie werden Ausgaben bezahlt, die Wirtschaft gefördert und die Renten sicher?
Man könnte zum Beispiel die Münzen aus den Brunnen fischen, die Glückshungrige dort hineinwerfen. Die Stadt Rom kann jedes Jahr ca. 1 000 000 Euro für caritative Zwecke ausgeben, diese Summe fischt man aus der Fontana di Trevi. Aber wo sind die Münzenbrunnen in der BRD? Und wie viel Geld liegt da drin? Wahrscheinlich so wenig, dass die Rausfischkosten es auffressen.
Man könnte zum Beispiel die KFZ-Steuer um 0,001 Prozent anheben. Bringt fast nichts, ausser eine Menge Mühe und Ärger, ich höre schon den ADAC wettern, obwohl es für den einzelnen kaum ein Euro ist.
Nein, lesen wir doch den Satz mal richtig, er heisst ja «Kleinvieh macht auch Mist», aber lesen wir ihn doch einmal so:
Kleinvieh macht AUCH Mist.
Dann heisst das: Das kleine Vieh macht eben auch, aber den eigentlichen Mist, den macht das grosse Vieh.
Erinnern Sie sich an die Zahlen? Eben. Oben müssen wir beginnen, wir holen uns das Geld, die Knete, die Mäuse, wir holen uns den Zaster, die Moneten, die Kohle, wir holen uns Euro und Cent und Taler und Heller bei den Reichen.
Warum? Weil sie das Geld, die Knete, die Mäuse, weil sie den Zaster, die Moneten, die Kohle, weil sie
Euro und Cent und Taler und Heller haben.
Hier kommen zwei verrückte, aber machbare Ideen:
Erstens: Wir führen die Vermögenssteuer wieder ein. Auf deutschen Konten liegen 7 000 000 000 000 (in Worten: sieben Billionen) Euro. Und wenn jemand 10 Milliarden hat und man ihm 1 Milliarde nimmt, dann klingt das natürlich nach einer verbrecherischen Summe – aber es bleiben ja noch 9 Milliarden.
Zweitens: Wir machen eine Rente, in die alle einzahlen. Und zwar alle im Sinne von «alle». Jede in der BRD lebende Person – ausser den Rentnern natürlich. Das trifft wieder die Reichen und die Superverdiener, denn die tun das bisher nicht.
Und wenn Sie jetzt sagen, das sei Sozialismus pur, dann lebe ich in einem sozialistischen Land, nämlich der Schweiz. Die Eidgenossen haben die Vermögenssteuer nie abgeschafft, und mit der AHV haben sie ein Rentensystem, das funktioniert.
Kleinvieh macht auch Mist. So sagt man doch: Kleinvieh macht auch Mist. Ich aber sage ihnen: Kleinvieh macht auch Mist, aber zu wenig. Anders formuliert bräuchte man zu viel Kleinvieh, um genügend Mist zu haben.
Aber: Das Grossvieh macht eben den eigentlichen Mist.
Also holen wir uns doch das Geld, das der Staat braucht, beim Grossvieh.
Dienstag, 29. Juni 2021
Wer soll das bezahlen?
Die Vorstellung der Wahlprogramme in den Nachrichten im Fernsehen wird dieses Jahr als fröhliche Karnevalsveranstaltung im heute-Journal inszeniert: Marietta Slomka, Bettina Schausten, Kay-Sölve Richter und Gundula Gause, Christian Sievers, Claus Kleber und Heinz Wolf sitzen zusammen im mit Luftschlangen übersäten Studio, trinken Sekt und haben dicke Pappnasen auf. Sie schauen sich die aus Berlin eingeblendeten Beiträge an.
Beitrag von der Pressekonferenz der CDU: Steuersenkungen, Mütterrente für alle, Wirtschaftshilfen für Sonnenenergiefirmen und Abschaffungen der Autobahnmaut
Beitrag von der Pressekonferenz der SPD: Mütter-, Väter und Grossmütterrente, Ausbau des ÖV, Mindestlohn von 25.-- und Abschaffung der Hundesteuer
Marietta Slomka, Bettina Schausten, Kay-Sölve Richter und Gundula Gause, Christian Sievers, Claus Kleber und Heinz Wolf haken sich unter und schunkeln und singen:
Wer soll das bezahlen?
Wer hat das bestellt?
Wer hat so viel Pinke, Pinke?
Wer hat so viel Geld?
Beitrag von der Pressekonferenz der FDP: Steuersenkungen für alle Unternehmen, Abschaffung der MwSt. für Hotels, Ausbau der Autobahnen in Ostwestrichtung, Sicherung der Rente für Tierpfleger.
Beitrag von der Pressekonferenz der GRÜNEN: Veganes Gratisessen an allen Schulen, Väter-, Mütter- und Kinderrente, Förderung der Erforschung der Energiegewinnung durch Verdauungskraft, Gratis-ÖV in allen Grossstädten.
Marietta Slomka, Bettina Schausten, Kay-Sölve Richter und Gundula Gause, Christian Sievers, Claus Kleber und Heinz Wolf haken sich unter und schunkeln und singen:
Mutter, der Mann mit dem Wahlgeschenk ist da!
Aber mein Junge, das wees ik ja!
Ich hab` kein Geld,
du hast kein Geld.
Wer hat den Mann mit dem Wahlgeschenk bestellt?
Beitrag von der Pressekonferenz der AfD: Bau einer Mauer rund um Deutschland, Steuerbefreiung aller Deutschen, die schon deutsche Grosseltern hatten, Ausbau der Autobahnen und Aufstockung der Sozialhilfe.
Beitrag von der Pressekonferenz der LINKEN: Mütter-, Väter und Grossmütter- und Grossväterrente, Gratisstudium, Gratis-Kita, Gratisleben
Marietta Slomka, Bettina Schausten, Kay-Sölve Richter und Gundula Gause, Christian Sievers, Claus Kleber und Heinz Wolf haken sich unter und schunkeln und singen:
Wenn das Wasser der Spree reines Gold wär`
Ja, dann möchte ich ein MdB sein…
Aber jetzt mal im Ernst:
Eigentlich hatten wir ja Corona, eigentlich haben wir 2020 schon ziemlich viel Geld ausgegeben, eigentlich haben wir aber auch eine Schuldenbremse, das heisst irgendwann sollte eine Null bei der Neuverschuldung stehen. Wie wollen die Parteien das bezahlen?
Gut, das war immer schon die Taktik: Vor der Wahl versprechen, und nach der Wahl ist kein Geld da, aber man versuchte doch immerhin noch, vor der Wahl irgendwie von einer Gegenfinanzierung zu reden.
Jetzt aber – das ist neu:
Söder redet ganz frech davon, dass man erst einmal tausend Dinge fordert, und dann muss man ja eh noch Koalitionsverhandlungen führen, und dann: «Schaun wir mal.»
«Schaun wir mal»?
Das ist sehr, sehr dreist.
Dabei gäbe es wirklich Finanzierungsmöglichkeiten, davon im nächsten Post.
Die Vorstellung der Wahlprogramme in den Nachrichten im Fernsehen wird dieses Jahr als fröhliche Karnevalsveranstaltung im heute-Journal inszeniert: Marietta Slomka, Bettina Schausten, Kay-Sölve Richter und Gundula Gause, Christian Sievers, Claus Kleber und Heinz Wolf sitzen zusammen im mit Luftschlangen übersäten Studio, trinken Sekt und haben dicke Pappnasen auf, sie schauen sich die aus Berlin eingeblendeten Beiträge an und singen: «Wer soll das bezahlen?»
Freitag, 25. Juni 2021
Ist Multiple Choice einfach?
Anne ist Germanistin und so stelle ich sie spontan auf die Probe: „Ach, zu einfach? Ok. Dann machen wir das doch mal mit dir:
„In welchem Roman gibt es eine Figur namens Meta Nackedey?“
Anne grinst über das ganze Gesicht, wahrscheinlich war die Frage doch zu einfach. Aber ich fahre fort:
a) Der Zauberberg b) Felix Krull c) Die Buddenbrooks d) Doktor Faustus
Ich habe selten ein Lächeln so in den Keller rasen sehen. Im Film Terms of Endearment fällt Shirley MacLaine das Gesicht hinunter, als sie ihren Lover (Jack Nicholson) verabschiedet und ihr Enkel, aus dem Auto steigend, „Grandma! Grandma!“ brüllt. Anne toppt hier Shirley beinahe. (Beiseite: das war übrigens jener Film, für den die MacLaine ENDLICH ihren Oscar kriegte und die berühmten Worte „I earned it!“ sprach…)
„Ok“, sage ich, „Ok, du hattest natürlich gehofft, dass ich dir so etwas wie
a) Gruppenbild mit Dame b) Die Blechtrommel c) Kleiner Mann, was nun d) Doktor Faustus
präsentieren würde. DANN wäre nämlich alles klar gewesen, DANN hättest du es gewusst, denn dass es Thomas Mann ist, war dir klar, aber wenn ich NUR Mann-Texte aufzähle, dann kommst du ins Schleudern.“ Anne denkt 15 Minuten angestrengt nach. Dann verkündet sie triumphierend: „Die Klavierlehrerin! Klavierlehrerin, ein verhuschtes, ewig errötendes Geschöpf in den Dreißigern, mit Zwicker und blinzelnden Augen, hat einmal ihre Hemmungen überwunden und den verehrten Komponisten in der Münchner Strassenbahn angesprochen.»
«Gut», sage ich, «gut, aber mal ehrlich: War das EINFACH?»
Wir müssen – so glaube ich – Abschied nehmen von der Vorstellung, was einfach und was schwierig ist. Wenn Multiple Choice so einfach, so kinderleicht, so pipifaxmässig wäre, warum würden dann Mediziner beim Physikum damit geprüft? Nein, es kommt immer auf die Ausführung einer solchen Aufgabe an.
In meinem Examen der Klassischen Philologie des Lateinischen zur Erlangung der Gymnasialen Lehrbefähigung mit Kleiner Fakultas kam ein Cicero-Text dran. (Zur Erklärung: Examen der Klassischen Philologie des Lateinischen zur Erlangung der Gymnasialen Lehrbefähigung mit Kleiner Fakultas heisst, dass ich zur Schulmusik ein Zweitfach studiert habe und dann mit dem Examen der Klassischen Philologie des Lateinischen zur Erlangung der Gymnasialen Lehrbefähigung mit Kleiner Fakultas bis zur 10. Klasse hätte unterrichten dürfen können, aber dann kam ja alles anders – das gibt auch einmal einen Post…)
Jedenfalls: Der Cicero-Text. Als mein Prüfer einem Kollegen gegenüber erwähnte, er habe einen Cicerobrief genommen, da bekam er zu hören, nun müsse er aber entsprechend scharf korrigieren, wenn er schon so einfache Texte wähle. Mein Prüfer zeigte dann die Stelle und der Kollege musste schlucken…
Der Text war hammerschwer.
Und wenn mein Prüfer nicht Milde hätte walten lassen, dann wären wir alle durchgefallen, und wir hätten ausser dem Frust Spott und Schande gehabt, denn an einem Cicero zu scheitern ist in den Augen der Allgemeinheit so, wie als Nationalmannschaft 0:4 gegen San Marino zu verlieren oder es nicht zu schaffen, ein Essen mit Nudeln und Fertigpesto zu fabrizieren.
Nein.
Wir müssen immer neu nachdenken, was eine schwere und eine leichte Aufgabe ist.
Ist das Lehramt in Offenbach-Nord oder in Schlangenbad (Taunus) eine schwerere Aufgabe? In Offenbach-Nord haben Sie es mit unmöglichen, renitenten und gemeinen Schülerinnen und Schülern zu tun, in Schlangenbad (Villenort) mit unmöglichen, renitenten und gemeinen Eltern. Was wollen Sie lieber hören: «Isch mach disch kald!» oder «Ich habe einen guten Anwalt!»? Sehen Sie.
Was ist die schwerere Arie: «Ach, ich fühl`s» oder «Un bel dì, vendremo»? Jeder oder jede wird natürlich sagen, Puccini sei schwerer als Mozart, aber wenn dem so wäre, warum ist dann das Probestück für Profichöre «Ach, ich fühl`s» und nicht «Un bel dì, vendremo»?
Und was ist in den letzten Kriegstagen eine einfache Aufgabe für ein paar unerfahrene Teenies? Sicher das Bewachen einer Brücke. Was das für ein Trugschluss ist, hat Wicky in seinem phänomenalen Film Die Brücke dargestellt.
Sajin hat übrigens in dem Test über Misery Bestnote erzielt. Und zwar nicht, weil alles zu einfach war. Sondern weil er gut ist.
Hier noch eine (sauschwere) Aufgabe für Kenner meiner Person: Wo bin ich geboren?
a) Stuttgart-Nord b) Stuttgart-Ost c) Stuttgart-Süd d) Stuttgart-West
Dienstag, 22. Juni 2021
Geschmack und Geld
Benny von Frommli, bei dem ich neulich eingeladen war, ist ein Mann mit Stil.
Wenn man seine Wohnung betritt, sieht man sofort: Hier wohnt jemand mit Geschmack, da kauft jemand seine Möbel nicht bei IKEA oder im Warenhaus, im Billigcenter oder im Riesenwohnramschladen, nein, hier finden sich Stücke aus edelsten Designgeschäften, wenn nicht gleich direkt bei Vitra Design bestellt wurde. Hier stehen der Panton-Stuhl und das Corbusier-Sofa und das Saarinen-Regal.
Im Saarinen-Regal findet man dann die edelsten Bücher: Suhrkamp, Suhrkamp, Suhrkamp, Fischer, Kiepenheuer, Manesse, Gesamtausgaben von Kafka, Musil, Hesse und Heine, Suhrkamp und etliche halbbibliophile, bibliophile und starkbibliophile Bände.
Muss ich noch erwähnen, dass es zum Aperitif einen Château de Licouron von 1998 gibt, den man nur in sehr guten Weinhandlungen bekommt? Und zum Salat einen Château de Subitant von 1987, zum Hauptgang einen Château de Busselin von 2002 und zum Dessert einen Château de Duzene von 2001?
Beim Verabschieden lobe ich Benny aufs Höchste, ich lobe seine Wohnung, lobe Panton-Stuhl und das Corbusier-Sofa und Saarinen-Regal, ich lobe seine Bücher, Suhrkamp, Fischer, Kiepenheuer, Manesse, lobe die Gesamtausgaben von Kafka, Musil, Hesse und Heine, und die etlichen halbbibliophilen, bibliophilen und starkbibliophilen Bände. Ich lobe aber auch das (wirklich köstliche) Essen, es gab Salat mit Crevetten und Orangen, Lammgigot mit Erbsen und Gratin und eine wunderbare Mousse aus weisser Schokolade, und ich lobe den Château de Licouron von 1998,den Château de Subitant von 1987, den Château de Busselin von 2002 und den Château de Duzene von 2001.
Da spricht Benny die unglaublichen, weisen und philosophischen Worte: «Weisst du, ich habe einfach Geld, da ist es auch nicht schwierig, Geschmack zu haben. Schau doch einmal: In der Vitra kann man fast nichts falsch machen, in anderen Edelmöbelhäusern auch nicht. Bei Suhrkamp und Manesse kann man nichts falsch machen. Und bei meinem Weinhändler, der ja ausschliesslich in südfranzösischen Schlössern einkauft, kann man auch nichts falsch machen. Wer kein Geld oder weniger Geld hat und dann richtig gute Sachen findet, der hat Geschmack.»
Auf der Heimfahrt denke ich lange über Bennys Worte nach.
Und ich merke immer mehr, dass er recht hat.
Stellen Sie sich zum Beispiel Hanni vor. Hanni hat kein Geld für die Vitra, sie geht auf Flohmärkte und in Brockenstuben. Und hier zeigt sich ihr untrüglicher Geschmack. Unter 50 Schüsseln, alle um die 20.--, davon einige ganz nett und einige sehr schön und 80% potthässlich, findet sie die eine, die nicht nur so exzellent zu ihrem Tisch passt, sondern sich auch als ein Original von 1925 entpuppt. Und auch der Tisch war einst vom Flohmarkt gekommen, renoviert und vom furchtbaren grünen Lack befreit, sah man erst, dass das echtes Art Déco war…
Oder nehmen Sie einen Diogenes-Leser, nehmen Sie zum Beispiel, nehmen Sie zum Beispiel, zum Beispiel… mich. In meinem Bücherregal finden sie meterlang die weissen Buchrücken der Diogenes-Romane. Nun finden Sie in jenem Verlag – im Gegensatz zu Suhrkamp – auch sehr minderwertige Romane, amerikanische Heftchenkrimis, Familienliteratur und Unterhaltungsschmöker, aber eben auch sehr, sehr gute, ein Ian McEwan wird seit Jahren für Stockholm gehandelt, eine Amélie Nothomb ist hochdekoriert und ein Dürrenmatt gehört eben auch zum Sortiment.
Horst kauft seine Weine beim DENNER oder bei ALDI, und hier gilt das Gleiche: Ein wenig auskennen muss man sich schon, man bekommt nicht automatisch einen Spitzenwein, man muss wissen, welcher Wein etwas taugt und welcher nicht. Und hier ist es nicht einmal gesagt, dass der billigste auch der schlechteste und der teuerste der beste ist, es kann sein, dass ein Primitivo für 10,89 einen Merlot für 19,79 um Längen übertrifft.
So, und nun kommt das Schöne:
Ein Benny werden Sie vielleicht nicht mehr. Wenn Sie kein Lotto spielen, schon verheiratet sind, wenn Sie kein CEO sind und auch alle Erbschaften schon gemacht sind, dann werden Sie eventuell kein Vitrakunde-Manesseleser-Châteautrinker mehr, eben weil es für einen Vitrakunde-Manesseleser-Châteautrinker Money, Zaster, Knete braucht.
Aber: Sie können noch eine Flohmarktkundin-Diogenesleserin-DENNERtrinkerin werden. (Man beachte, wie geschickt ich hier mit den Formen umgehe, um das * zu vermeiden, mal männlich, mal weiblich…) Um eine Flohmarktkundin-Diogenesleserin-DENNERtrinkerin zu werden, brauchen Sie kein Geld, Sie brauchen vor allem Zeit, um Geschmack zu entwickeln: Ist das Kästchen da wirklich von 1910 oder ein schlechtes Imitat? Angucken! Ist McCarthy so gut wie McEwan? Lesen! Wie gut ist der Weisswein aus dem Rhonetal für sagenhafte 9,99? Probieren! Als Flohmarktkundin-Diogenesleserin-DENNERtrinkerin steht Ihnen die Welt offen, Sie müssen nur etwas tun.
Und das ist vielleicht das Problem…
Benny von Frommli, bei dem ich neulich eingeladen war, ist ein Mann mit Stil.
Aber er sagt ganz philosophisch: «Weisst du, ich habe einfach Geld, da ist es auch nicht schwierig, Geschmack zu haben.»