Heute erzähle ich euch ein Märchen:
Es war einmal ein Mann, der lebte in Bummen an der Bumme mit seiner Frau in kleinen, bescheidenen Verhältnissen. Er hatte eine Stelle als Unter-Büromensch, die ihm ein kleines Gehalt sicherte, sie arbeitete beim Supermarkt an der Kasse. Den Rest ihrer Zeit widmete Marion-Lu, so hiess sie, (ganz traditionell) Haus und Garten und Magnus-Till, so hiess er, einem Hobby: Er spielte im FC Bumme und engagierte sich dort auch im Vorstand.
Einmal arbeitete sie im Garten und fand auf einem Kohlblatt eine fette Raupe. Sie wollte sie gerade zermanschen, da sprach diese: «Töte mich nicht, ich bin eine verwunschene Prinzessin.» Und so liess Marion-Lu sie leben. Als sie Magnus-Till die Geschichte erzählte, da rief er: «Du hast sie einfach leben gelassen? Sie hätte dir sicher einen Wunsch erfüllt! Gehe hin und frage sie, ob ich nicht Vereinspräsident werden kann.» Und so ging sie in den Garten, wobei sie bemerkte, dass inzwischen einige Wolken aufgezogen waren. Und sie rief:
Mona, Mina, Muna, Matt
Raupe, Raupe, auf dem Blatt,
Ach, mein Mann, der Magnus-Till
Will nicht so, wie ich es will.
Da erschien die Raupe und fragte, was er denn wolle. Und sie sagte: «Er will Vereinspräsident werden.» «Geh wieder hinein, er ist es bereits.»
So wurde Magnus-Till Vereinspräsident und eine Weile sehr glücklich, er legte sich einen neuen Schreibtisch zu, neues Briefpapier und neue Visitenkarten. Aber dann merkte er, dass es noch viele Ebenen über ihm gab und man noch viel mehr Macht bekommen könnte. Und so schickte er Marion-Lu wieder in den Garten.
Als sie dort ankam, tröpfelten schon einzelne Regentropfen. Und sie rief:
Mona, Mina, Muna, Matt
Raupe, Raupe, auf dem Blatt,
Ach, mein Mann, der Magnus-Till
Will nicht so, wie ich es will.
Und die Raupe kam und fragte: «Was will er denn nun?» «Ach», seufzte Marion-Lu, «er will Präsident des Deutschen Fussballbundes werden.» «Kein Problem», sprach die Raupe. Schon geschehen.»
Ja, jetzt war Magnus-Till happy! Er musste nur noch 20% in sein altes Büro, den Rest der Zeit verbrachte er im Verband, schrieb und dachte, organisierte, gab Interviews und bereiste die Welt. Und da bemerkte er, dass ja noch Leute über ihm waren. Und schon liess seine Happyness ein wenig nach. Und er sandte seine Frau erneut zur Raupe.
Als Marion-Lu im Garten ankam, war ein richtiger Sturm mit ersten Blitzen losgegangen. Und sie rief laut:
Mona, Mina, Muna, Matt
Raupe, Raupe, auf dem Blatt,
Ach, mein Mann, der Magnus-Till
Will nicht so, wie ich es will.
«Was will er denn dieses Mal?» Mit diesen Worten kroch die Raupe unter einem Strunk hervor. «Er will FIFA-Präsident werden.» «No Problem. Er ist ab heute Präsident der FIFA.»
Nun begann eine herrliche Zeit. Alle Kameras der Welt waren auf Magnus-Till gerichtet und er ging bei den Mächtigen ein und aus. Büro in der Grösse eines Fussballfeldes, eigene Assistenten, eigenen Visagist und eigene Homepage. Er war nun etwas! Nur eines wurmte ihn: Er musste Meisterschaften organisieren, die er nicht vollständig bestimmen konnte (zum Beispiel Rote Karten und so), und richtig verdienen an ihr tat er auch nicht.
Und so musste die arme Frau ein letztes Mal zur Raupe. Als sie in den Garten kam, blitzte es und donnerte es und der Regen prasselte vom Himmel. Und sie rief:
Mona, Mina, Muna, Matt
Raupe, Raupe, auf dem Blatt,
Ach, mein Mann, der Magnus-Till
Will nicht so, wie ich es will.
Die Raupe kam und fragte: «Und jetzt?» «Jetzt will er, dass die WM ihm gehört.» «Geh wieder hinein», sprach die Raupe, «er ist wieder einfacher Spieler. 3. Mannschaft, Ersatz, und im Vorstand ist er auch nicht mehr.»
So.
Nun kann man nur darauf hoffen, dass Märchen wahr werden…
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