Dienstag, 11. August 2026

Wer will Jens Spahn zurück?

Ich habe mich in fast 1500 Posts noch nie wirklich mit Jens Spahn beschäftigt.
Warum ist das so? Der gute Jens böte ja nun weiss der Himmel genug Möglichkeiten für einen Satiriker ihn nach allen Regeln der Kunst auf die Schippe zu nehmen. Irgendwie aber hat er sich immer weg- und durch- und vorbeigewunden, als sei er zu schlüpfrig und nicht greifbar. So wie ein glatter und nasser Fisch. Sagen wir es doch so: Er ist aalglatt.
Nun dachte ich, der Kerl sei weg vom Fenster und man müsse sich nicht mehr mit ihm befassen, nun liest man, dass bestimmte Menschen in der Union wirklich ein Comeback von ihm möchten. Himmel!
Gut, dann muss Jens halt doch wieder auf den Tisch, von dem ich ihn gerne gehabt hätte.

Ein guter Freund, mit dem ich das Freitags-Café der Rosa Hilfe Freiburg e. V. betrieb (ein Non-Profit-Ding), pflegte und pflegt zu sagen: Es gibt Menschen, die sind «homosexuell» (er spricht und sprach die Anführungszeichen ganz reizend aus), aber nicht schwul. Man könnte hier nun auch noch ergänzen: Es gibt Menschen, die sind «schwul», aber nicht queer.
Herr Spahn hätte noch vor zehn Jahren sich lieber im Weihwasserbecken ertränkt oder sich totgegeisselt als sich als «schwuler Mann» zu bezeichnen. Nun hat er das neulich getan, aber als «queer» würde er sich sicher nie sehen. Und irgendwie passt er da – obwohl er sich ja deutlich von der AfD distanziert – auch auf gespenstische Weise zu Alice im Wunderland, die mit einer Frau lebt, aber von sich niemals als «Lesbe» oder «queere Person» redet…

Jens propagiert sich auf seiner Homepage eindeutig als Westfale. Nun kommen mir bei den Westfalen immer die Worte der rheinischen Separatistin Hölthohne aus «Gruppenbild mit Dame» in den Sinn: «…meinetwegen ein paar Westfalen dazu, wenns denn nicht anders geht, aber was bringen die uns denn ein? Klerikalismus, Heuchelei und Kartoffeln – ich weiss nicht genau, was die da anbauen – und die Wälder und Felder, na, meinetwegen, die kann ich auch nicht mit nach Hause nehmen – die bleiben da schön stehen, aber meinetwegen ein paar Westfalen dazu…» Es ist jetzt sehr fies formuliert, aber erinnert der Kopf des J. S. nicht sehr an eine Kartoffel? Von der Heuchelei wird ja noch zu reden sein.
Westfalen sind stur. Und diese Sturheit zeigte sich in herrlicher Weise in der Corona-Geschichte. Da muss es Telefonate zwischen RKI-Wieler und ihm in dieser Art gegeben haben:

Spahn: Wir nennen es «Ungeimpften-Pandemie».
Wieler: Machen wir nicht, es ist blöd und vor allem unwissenschaftlich. Ich möchte nicht, dass du das öffentlich sagst.
Spahn: Gut, dann nenne ich es «ungeimpfte Pandemie».
Wieler: Das ist noch dümmer. Ich möchte aus Sicht des RKI, dass du die zwei Worte gar nicht im Kontext gebrauchst. Klar?
Spahn: Ich habˋs: «Pandemie der Ungeimpften».

Nun zur Heuchelei.
Die Basler Regierung beschloss kurz vor Bundesfeier 2026, auf die Feuerwerke auf dem Rhein und auf dem Bruderholz zu verzichten. Der Tenor war, dass man den Bürgerinnen und Bürgern nicht das eigene Knallen verbieten könne und dann riesengrosse Raketen starten. Denn auf dem Rhein wäre das Problem nicht so gross gewesen Wasser), aber auf dem Bruderholz-Hügel, denn einem trockenen Baum ist es wurscht, ob ihn ein staatlich genehmigter Funke entzündet oder ein illegaler privater.

Diese Haltung hätte man Jens und Daniel gewünscht.
Nicht das machen, was
* allen nicht erlaubt ist
* Nur Reiche können
* und auch der eigenen Haltung eigentlich widerspricht…
Herr Spahn spricht hier von einem «Spannungsfeld». Schönes Wort. Ich werde es mir merken. Wenn ich Ihnen dann in ein, zwei Wochen die Nase breche, und Sie auf mein T-Shirt blicken (falls Sie das dann noch können) und dort «Matthäus 5, 9» lesen (falls Sie das dann noch können), dann werde ich auch von einem «Spannungsfeld» reden.
Zur Erklärung:
Im 9. Vers des 5. Kapitels des Matthäusevangeliums steht «Selig sind die Friedfertigen, denn sie werden Gottes Kinder heissen.»

Ich habe mich in fast 1500 Posts noch nie wirklich mit Jens Spahn beschäftigt.
Irgendwie aber hat er sich immer weg- und durch- und vorbeigewunden. So wie ein glatter und nasser Fisch. Er ist aalglatt.
Nun dachte ich, der Kerl sei weg vom Fenster und man müsse sich nicht mehr mit ihm befassen, nun liest man, dass bestimmte Menschen in der Union wirklich ein Comeback von ihm möchten.

Besser nicht.
So ein Baby braucht doch volle Aufmerksamkeit.

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